Salzburger Festspiele: Hinterhäuser musste sich jetzt entscheiden
In der Kuratoriumssitzung der Salzburger Festspiele am 26. Februar muss es wüst zugegangen sein: Intendant Markus Hinterhäuser lieferte sich einen Infight mit dem politisch besetzten Gremium, das über die finanzielle Ausstattung des Festivals zu entscheiden hat (also am längeren Ast sitzt).
Er beharrte bekanntlich darauf, bei der Suche nach einer neuen Leitung für das Schauspiel rechtskonform gehandelt zu haben. Schließlich war ihm von Christian Kircher, einem nicht stimmberechtigten Kuratoriumsmitglied, bestätigt worden, auch eine Person bestellen zu dürfen, die sich nicht beworben hat. Es gibt aber ein großes Aber: Aufgrund von Ereignissen in der Vergangenheit war ihm ein transparenter Prozess auferlegt worden. Der Intendant hätte die Vorgaben bereits erfüllt, wenn er das Kuratorium über sein Vorhaben, Karin Bergmann bestellen zu wollen, in Kenntnis gesetzt hätte. Dies dürfte er aber nicht getan haben. Oder nicht formvollendet.
So kochte die Sache über, wiewohl niemand im Kuratorium etwas gegen Bergmann, die ehemalige Burgdirektorin, eingewendet hätte: Man unterbrach nach fünf Stunden die Sitzung – und beschloss, sie am 20. März wieder aufnehmen.
Doch schon am Freitag, den 13., also gestern, hatte Hinterhäuser dem Kuratorium bekannt zu geben, wann er zu gehen gedenke: Nach den diesjährigen Festspielen, also mit dem Ende des laufenden Vertrags? Oder erst, wie man ihm zubilligte, nach der Ausgabe 2027?
Es könnte aber auch sein, dass er auf der ausverhandelten Vertragsverlängerung bis 2031 (mit Ausstiegsklausel 2029) beharrt. Dann müsste er seine Forderungen vor Gericht geltend machen. Und dann würden, sagt man, angebliche Entgleisungen, über die Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) hinweggesehen haben soll, zur Sprache kommen.
Wie er sich entschied? Wurde am Freitag nicht bekannt. Klar ist nur: Das Kuratorium braucht dringend einen Nachfolger, der notfalls bereits das Programm 2027 exekutiert. Zuletzt wurden viele Namen genannt, darunter Matthias Schulz, Intendant am Zürcher Opernhaus, oder Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.
Sicher nicht infrage kommt Ulrike Sych, die Rektorin der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Aber die Salzburgerin wäre prädestiniert für das Präsidentenamt. Denn dieses muss ja auch ausgeschrieben werden: Mit Jahresende läuft der Vertrag von Kristina Hammer aus ...
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