Sänger Rian über Debütalbum: „Humor ist die beste Waffe“

Der Musiker Rian sitzt vor orangefarbenem Hintergrund und hält mehrere Discokugeln verschiedener Größen in den Händen und auf dem Boden.
Der Kärntner Musiker veröffentlicht am Freitag sein Debüt-Album „Blumendisko“. Ein Gespräch über Stilfragen, Vorbilder und Taylor Swifts Katzen.

Anfang des Jahres wurde Rian immer wieder darauf angesprochen: „Wie war Weihnachten mit deiner Verwandtschaft?“ Der Musiker, der voriges Jahr mit dem Song „Verwandtschaftstreffen“ drei Amadeus-Awards abräumen konnte, hat dafür eine Standard-Antwort: „Sehr angenehm und ruhig!“ Also keine Streitereien wegen des Onkels, der seine Frau kritisiert oder der Tante mit den Verschwörungstheorien?

„Wir haben im kleinen Kreis gefeiert und bei uns ist es nie so wie in dem Lied“, erklärt der als Florian Gruber geborene Kärntner im Interview mit dem KURIER. „Mir kam die Idee zu ‚Verwandtschaftstreffen‘ und dann habe ich das Thema nicht zerdacht, sondern aufgeschrieben, was mir spontan dazu eingefallen ist. Ich finde, Zerdenken ist in einem kreativen Prozess nie hilfreich.“

Genauso hat Rian das mit all den anderen Songs seines Freitag erscheinenden Debütalbums „Blumendisko“ gemacht. Dabei bettet er – so humorvoll wie bei „Verwandtschaftstreffen“ – Themen wie Ungeschicklichkeit, ungute Nachbarn oder den Kater nach der Party im eigenen Haus in einen immer fröhlichen Stilmix ein, der von Polka-artigen Rhythmen über Boogie bis zu Swing und Rock reicht. „Bei mir fängt alles mit der Idee zu den Lyrics an“, sagt er. „Das bestimmt, wie die Musik klingt, welchen Stil der Song braucht. Aber auch darüber denke ich nicht so viel nach.“

Grobe Menschen

Trotzdem zeigt sich Rian in „Blumendisko“ immer wieder nachdenklich und zeitkritisch. Zum Beispiel, wenn er in „Das Leben ist schon ernst genug“ feststellt, dass ihm das ständige Bombardement mit Nachrichten (und seien es nur die Namen der Katzen von Taylor Swift) zu viel wird. Denn da sind ja auch noch die groben Menschen, oder die Tatsache, dass sich Rechnungen stapeln. Rians Motto: „Die Welt ist schon ernst genug, dann brauche ich es nicht mehr sein!“

„Ich finde, Humor ist die beste Waffe, die man hat, um mit gewissen Dingen umzugehen“, sagt er. „Das Tolle an Humor ist, dass man damit auch ein bisschen in die Tiefe gehen kann und das Nachdenkliche vielleicht mehr ankommt, weil die Leute dadurch einen leichteren Zugang dazu haben.“

Rian mischt bei seinen Songs immer Alltagsbeobachtungen mit eigenen Erfahrungen. Seltener sind sie komplette Fiktion. Ein Beispiel dafür ist, wenn er in „Dumm gelaufen“ irrtümlich seinen Hamster Johannes weg saugt: „Ich hatte nie einen Hamster!“ Ebenfalls fiktiv ist der „Narzissmus Walzer“, bei dem Rian im Intro vorsichtshalber festhält, dass er für diesen Song in eine Rolle schlüpft. „Donald Trump hat bei der Idee sicher eine Rolle gespielt. Er ist aber nur das offensichtlichste Beispiel, das wir jeden Tag serviert bekommen. Es gibt so viele, die viel zu sehr von sich überzeugt sind. Und zwar überall – in der Politik, der Immobilienbranche, im Bankwesen und in der Kulturszene.“

Kochtopf-Schlagzeug

Die Liebe zum Humor kennt Rian schon seit seiner Kindheit. Der in Altach aufgewachsene Vielinstrumentalist ist Fan von Josef Hader und Alfred Dorfer. „Ihre Kabarettprogramme habe ich alle mehrmals angeschaut. Es war ein Traum von mir, auch so etwas zu machen.“

Es gab aber auch immer den Traum von der Musik. Mit acht Jahren wollte Rian Schlagzeuger werden, begann auf den Kochtöpfen der Mutter herum zu klopfen. „Die Töpfe sind heil geblieben. Aber erst nach einem Dreivierteljahr habe ich zum Geburtstag ein Schlagzeug bekommen. Meine Mutter dachte: ‚Ich schau erst, ob seine Begeisterung anhält.‘“

Sie hielt an. Rian ging auf die Musikschule, lernte Schlagzeug. Zusätzlich später Gitarre, Keyboard, Bass und Ukulele. Kürzlich hat er sich ein Saxofon gekauft: „Das lerne ich aber erst, da bin ich noch nicht wirklich gut.“ Mit dem Album „Blumendisko“ hat der 31-Jährige jetzt jedenfalls einen Weg gefunden, beide Leidenschaften zu verknüpfen. Einen äußerst erfolgreichen Weg: Die Konzerte der Frühjahrstournee, mit der er ab 9. 4. in Österreich unterwegs ist, sind zum großen Teil ausverkauft. Hierzulande genauso wie in Deutschland und der Schweiz. Alle Tourdaten gibt es unter: www.rianmusic.at

Kommentare