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Mutig gegen die Megakrise: Ein Traum, wie das alles doch noch gut ausgehen könnte

Christoph Thun-Hohenstein plädiert im Buch „Zukunftsmutig“ für einen Zusammenschluss jener Menschen, die die Welt retten wollen.
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Die Schlagwortkette der Herausforderungen, vor denen wir stehen, ist durchaus beunruhigend: Klimawandel, KI, Krieg und Krise – all das schüttelt gerade die Zukunftsaussichten, in denen sich die Welt zuletzt schon gemütlich eingerichtet hatte, ordentlich durch. Und die aktuellen Ks – Krieg und Krise – erschweren es, sich jener fundamentalen Veränderungen bewusst zu werden, die Klima und KI auslösen werden. Wer denkt ans Morgen, wenn das Heute so zäh ist?

Christoph Thun-Hohenstein liefert mit seinem Buch „Zukunftsmutig“ ein Plädoyer dafür, genau das zu sein. Die „Klima-Megakrise“ und die KI werden „den Planeten und unsere Zivilisation bereits in den nächsten zehn Jahren grundlegend umgestalten. Ob zum Guten oder ins Chaos führend, hängt von uns ab“, sagt er im KURIER-Gespräch. Und er ist optimistisch, dass sich „trotz aller politischen Verwerfungen in weiten Teilen der Welt die klugen Köpfe und die zukunftsbejahenden Herzen durchsetzen werden“.

In dem Buch – in der Ich-Form geschrieben – fächert der Leiter der Plattform ReGenerativa, ehemals MAK-Direktor und Auslandskultur-Leiter, die Zweifel und Sorgen auf, die jene bewegen, die an die Zukunft denken: Chinas Aufstieg, das Potenzial der KI, für die Menschen zur unkontrollierbaren Gefahr zu werden, und die jetzt schon nicht mehr rückgängig zu machenden Folgen des Klimawandels. Er skizziert in dem Buch, das „bewusst kein gewöhnliches Sachbuch“ ist, aber auch einen Traum davon, wie es doch gut ausgehen könnte.

Ein Traum

Es geht ihm um eine neue Achtsamkeit, um jene Würde, die die Menschen aus nachhaltigem Konsum ziehen könnten, um Kunst und Technologie, die sich in den Dienst der Zukunft stellen. „Ich fühle mich in den Thesen meines Buches durch die neue KI-Enzyklika des Papstes enorm bestätigt“, sagt er. Es gehe vor allem „um Liebe als den allerwichtigsten Schlüssel für eine bessere Zukunft“.

Es war ihm „wichtig, durch die Verarbeitung von Traummaterial das Tor weit in die Zukunft aufzustoßen und dabei auch die Potenziale ebenso wie Gefahren Künstlicher Intelligenz spekulativ auszuloten“. Worum es ihm geht, ist „eine große gemeinsame Aufbauarbeit für eine nicht-fossile, dauerhaft tragfähige Zivilisation in einer mehr-als-menschlichen Welt“. Was das heißt? „Quantität durch erschwingliche Qualität zu ersetzen und die noch immer weitverbreitete Geringschätzung von Ressourcen, die in die Produktion unseres Lebensstils gehen, durch Wertschätzung.“

Thun-Hohenstein plädiert für eine regenerative Wirtschaft, sprich, dass das, was wir konsumieren, nicht nur nachhaltig ist, sondern den Planeten unterstützt. „Dafür benötigen wir ein regeneratives Mindset, das uns erkennen lässt, dass wir Zukunft nur mit der Natur gestalten können – und nicht gegen sie und auf ihre Kosten“, sagt Thun-Hohenstein.

Derzeit scheint sich die öffentliche Meinung aber rasant wegzubewegen vom Klimaschutz, oder? Parteien werden abgewählt, die Klimaberichterstattung wird geringer, jedes Windrad ist heiß umkämpft. Meinungsumfragen in aller Welt zeigten aber trotzdem, so Thun-Hohenstein, dass sich „eine klare Mehrheit der Menschen effektive Klimaschutzmaßnahmen erwartet. Aber die Umsetzung polarisiert in den meisten Demokratien der Welt, weil die Frage von gewissen Parteien politisch ausgeschlachtet wird.“

Er sagt: „Vermutlich müssen wir den Begriff Klima in den Debatten durch ganzheitliche Konzepte wie Regeneration einschließlich der Kreislaufwirtschaft ersetzen, die stärker deutlich machen, dass die Bewältigung der Klima-Megakrise nicht zu Wohlstandsverlusten führt, sondern im Gegenteil der Garant für die zukunftsfähige Weiterentwicklung unseres Wohlstands ist“. Dafür fordert er eine weltweite Solidarisierung „von Menschen guten Willens“, eine „Internationale kollektiven Regenerierens“. Denn „Verantwortung sollte nicht polarisieren, sondern motivieren und Freude machen“.

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