Pat Metheny: Der die Jazz-Gitarre singen lässt
Sein dichtes Klangbild suggeriert Optimismus: Pat Metheny.
Pat Metheny ist der ewige „Sonny Boy“, der uns einst mit den Alben „80/81“ und „New Chautauqua“ begeistert hat. Montag war der mittlerweile 71-Jährige auf der Welttournee mit seinem Side-Eye-Projekt im Wiener Konzerthaus zu Gast.
Vieles nach dem Intro mit Trommeln im Auditorium klingt dabei vertraut, manches allzu bekannt. Wie die Wordless Vocals als Features. Aber viele Klassiker im Repertoire, wie „Bright Size Life“ oder „Phase Dance“, werden nicht reproduziert, sondern erscheinen frei von Nostalgie und Popästhetik rhythmisch verändert, harmonisch erweitert und oft neu orchestriert.
„Urban and Western“ hat Gospel-Flair. Der Star-Gitarrist demonstriert ungebrochene musikalische Neugier und provoziert bei der für ihn typischen klanglichen Landschaftsmalerei spontan das Gefühl einer Reise ins Offene und Unbekannte. Sie lebt von einer Sehnsucht nach Horizonten, die sich nicht genau beschreiben lassen. Um Bass und Percussion erweitert wurde die bewährte Trio-Konstellation mit Keyboarder Chris Fishman und dem vorne auf der Bühne platzierten Drummer Joe Dyson.
Positive Energie und Töne, so weich wie Watte, kommen von der Bühne. „Always Look on the Bright Side of Life“ suggeriert der emotional kraftvolle Sound.
Als Konstanten begegnen dem langjährigen Beobachter der lyrische Gitarrenton, die komplexe Harmonik, improvisatorische Offenheit und rhythmische Raffinesse. Das Jazzprojekt „Side-Eye III+“ überzeugt als eine der stärksten Veröffentlichungen von Metheny – nicht, weil es das Rad neu erfindet, sondern weil es Erfahrung, kompositorische Reife und die kreative Energie einer jüngeren Musikergeneration ideal verbindet.
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