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Kultur
07/28/2019

"Pariser Leben" in Bad Ischl: Schrill, überzogen, temporeich

Kritik. Zu Jacques Offenbachs 200. Geburtstag erklingt die frühe Operette „Pariser Leben“ (Von Helmut C. Mayer).

Illegale Parteifinanzierungen, halbherziges Rauchverbot, nicht einsatzbereite Polizeipferde: Gespickt von tagespolitischen Anspielungen ist bei den Lehár Festspielen in Bad Ischl das „Pariser Leben“ von Jacques Offenbach, dem Begründer der Operette, erstmalig hier aufgeführter und heuer jubilierender Komponist (200. Geburtstag). Regisseur Markus Kupferblum hat dieser Nummernoperette eine neue, deutsche Fassung verpasst, teils mit originellem Witz, teils aber auch mit plattem Humor und vor allem im ersten Teil mit viel zu viel Text, der auch nicht immer verständlich über die Rampe kommt.

„La Vie parisienne“ hat kaum eine Handlung und das bisschen ist völlig absurd: Ein schwedischer Baron und seine Frau wollen in Paris am Vergnügungsreigen teilhaben, worauf ein Verwirrspiel folgt, bei dem kaum jemand der ist, den er vorgibt, zu sein. Während sich der erste Teil doch in Länge zieht, wird nach der Pause aus dem Vollem geschöpft.

Die „Tollerei“ wird in einfachen Bühnenbildern von zwei Treppen sowie fantasiereichen Kostümen (Ausstattung: Toto) mit fast ständigen Tanznummern auf die Spitze getrieben: Temporeich, grell und gnadenlos überzogen sowie extrem persiflierend. Das Affentempo geht jedoch manchmal auf Kosten von Spiel und Stimme. Man merkt aber jede Sekunde den Spaß, den die Protagonisten dabeihaben.

Bei diesen gefallen Verena Barth-Jurca als feine Handschuhmacherin, der urkomische Matthias Störmer in verschiedenen Rollen, Julia Sturzlbaum als entzückende Soubrette Pauline, die verlässlichen Daniel Jenz (Gardefeu) und Ivan Orescanin (Bobinet), die kokette Christiane Marie Riedl (Metella), Gerd Vogel als kerniger Schwedenbaron, Alexandra Reinprecht als reiftimbirierte Baronin und der Chor.

Das Orchester des Lehár Festivals unter Marius Burkert lässt die mitreißende Musik Offenbachs schwungvoll funkeln und perlen.

Jubel im vollen Haus!

Weiters zu sehen: Benatzkys „Das Weiße Rössl“ und Lehárs „Clo-Clo“.

Infos und Karten: www.leharfestival.at

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