"Palästina 36": Über die Wurzeln des Nahostkonflikts
Historiendrama "Palästina 36".
In den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts war der Nahe Osten noch fest in der Hand der Kolonialmächte. Die Briten hatten im Mandatsgebiet Palästina das Sagen – die palästinensische Bevölkerung war in der Überzahl, aber die Zahl der Juden (die vor den Nationalsozialisten flohen) nahm stetig zu. Der rasche Anstieg der jüdischen Bevölkerung verschärfte die Landfrage: Gültige Besitzverträge für Land gab es oft nicht – sie stammten noch aus osmanischer Zeit, als nichts schriftlich festgehalten wurde.
In diesem brisanten Umfeld verortet die in Betlehem geborene Regisseurin Annemarie Jacir ihr emotionales Historiendrama, das immer wieder versucht, Parallelen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart zu ziehen. Eigentlich hatten die Briten in der Balfour-Deklaration von 1917 zugesagt, dass sie sich für die Errichtung einer „nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ einsetzen würden, aber auch zugesichert, dass dies nicht auf Kosten der nicht-jüdischen Bevölkerung in der Region geschehen sollte. Wie man nun weiß, kam es anders.
Palästinensische Sicht
Jacir erzählt die Geschichte aus palästinensischer Sicht und klammert dabei die israelische Perspektive aus. Sie legt den Fokus auf Palästinenser, die 1936 unter der britischen Vorherrschaft lebten. Erzählt von einer Journalistin in Jerusalem, einem Hafenarbeiter in Jaffa, Bauern auf dem Land und von Yusuf, der als Chauffeur in Jerusalem arbeitet und zugleich in seinem Dorf die Tradition lebt. Als die britische Peel-Kommission 1937 die Teilung Palästinas und damit die Abtretung des Landes an jüdische Siedler beschließt, eskaliert der Konflikt.
Der Film will die historischen Wurzeln des Nahostkonflikts aufzeigen, scheitert aber. Zu verworren, zu einseitig.
INFO: GB/F/DK/QA/JO 2025. 120 Min. Von Annemarie Jacir. Mit Hiam Abbass, Jeremy Irons.
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