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In Klosterneuburg wird Oper „nicht zum Event“

Operklosterneuburg-Intendant Peter Edelmann über das heurige Werk, Gott als das Licht und die Zukunft der Oper.
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Im zweiten Jahr seiner Intendanz der operklosterneuburg zeigt Peter Edelmann Camille Saint-Saëns „Samson et Dalila“ mit Kristian Benedikt und Margarita Gritskova in den Titelrollen. „Diese Oper wurde noch nie in Klosterneburg gezeigt, aber der biblische Stoff passt hierher. Auf dem Verduner Altar (auch der Klosterneuburger Altar wurde 1181 von Nikolaus von Verdun gefertigt, Anm.) erzählen Bildtafeln Ausschnitte aus Samsons Geschichte“, erklärt Edelmann im Gespräch mit dem KURIER. 

Die Oper schildert, wie Samson, der Held der Hebräer, der Verführung der Philisterin Dalila erlag. Am Ende bittet blind und entkräftet Gott ein letztes Mal um Hilfe und zerstört den Götzentempel und das heidnische Volk. Bekommt diese alttestamentarische Geschichte nicht eine andere Dimension, wenn man sie heute, angesichts der Zustände im Nahen Osten betrachtet? 

Die Geschichte eins zu eins auf den Konflikt in Palästina umzulegen oder gar auf einer anderen Ebene zu verrätseln, ist für Edelmann kein Thema. „Bei mir ist Oper kein Quizabend. Man muss keine neuen Geschichten erfinden, es reicht diese so zu erzählen, wie sie komponiert sind. Wir machen Oper für ein Publikum, das sich seine Karten kauft, um die Melodien und die Emotionen mit nach Hause zu nehmen“, stellt Edelmann klar.

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Aufgewachsen mit Oper

Wenn man ihm zuhört, spürt man, wie die Oper das Leben dieses Intendanten bestimmt. Als Sohn von Otto Edelmann, des legendären Darstellers des „Ochs“ aus Richard Strauss„ „Rosenkavalier“, wuchs er mit dem Genre auf. Er selbst wurde Bariton und ist seit 2010 Professor am Institut für Gesang und Musiktheater der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. „Bei uns wird Oper nicht zum Event, bei uns ist Oper, was sie ist“, so Edelmann. 

Das liegt auch an der Akustik im Kaiserhof, wo ohne Mikrophone gesungen werden kann. Technische Verstärkung wird es trotzdem geben. Dazu inspirierte ihn sein Regisseur Mario Pavle del Monaco. Wie Edelmann kommt er aus einer Opernfamilie. Er ist der Enkel der Tenor-Legende Mario del Monaco und Neffe des Regisseurs Giancarlo del Monaco. Er habe ihm gesagt, einer fehle auf der Besetzungsliste, nämlich Gott. Den wolle er auf der Bühne darstellen. Am Institut für Weltraumforschung in Graz fand er die Lösung. Dort werden Impulse der Sonnenaktivitäten empfangen und als Lichteffekte auf die Bühne in Klosterneuburg geschickt. „Gott ist das Licht“, sagt Edelmann. Das könne bei Regenwetter auch in der Halle so umgesetzt werden. „Bei uns scheint also auf der Bühne immer die Sonne“, so Edelmann. 

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Sorgfalt bei den Stimmen

Auch musikalisch sorgt er für beste Voraussetzungen. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ein Dirigent die Sprache der Oper, die er leitet, beherrscht. „Denn Singen kommt vom Sprechen“, betont Edelmann. Thomas Rösner wird das neu gegründete saisonale Orchester leiten. Mit ihm habe er bereits in Belgien, Mörbisch oder Genf gearbeitet. Für das Auswählen der Stimmen nimmt sich Edelmann sehr viel Zeit, bereits jetzt finde das Vorsingen für den nächsten Sommer statt. Das Programm aber werde er traditionsgemäß erst am Premierenabend der aktuellen Saison bekanntgeben. 

Trotz Sparmaßnahmen, von der auch die Oper Klosterneuburg nicht verschont bleibt, sei er guter Dinge. Die Sponsorengelder habe er im ersten Jahr bereits verdoppelt. Noch etwas: Wer der Oper ihre Zukunft abspricht, könne einen Blick auf die Mdw werfen, wo er seit 17 Jahren unterrichtet. Jedes Jahr kommen Hunderte, um Gesang oder Regie zu studieren. Edelmann: „Das zeigt doch, Oper ist kein Museum“.

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