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Serie „The Shards“: Sex, Drogen und Mord an beleuchteten Pools

Ryan Murphys Serienadaption von Bret Easton Ellis' Roman „The Shards“ führt in die kokaingrellen 1980er eines sehr reichen Los Angeles.
Ein nackter Mann sitzt nachts entspannt im leuchtend blauen Pool und blickt ernst in die Kamera.

In Bret Easton Ellis’ Roman „The Shards“ ist die Hauptfigur ein Schüler namens Bret Easton Ellis. Ein angehender Schriftsteller, der als dann renommierter Schriftsteller von seinem letzten Jahr vor dem Abschluss, 1981, erzählt. In dem ganz Los Angeles von einem Serienkiller und einer Sekte heimgesucht wurde – und Bret Easton Ellis, die Romanfigur, war mittendrin. Jetzt könnte man sich denken: Kein Wunder, dass der Mann später verstörende Literatur geschrieben hat wie „American Psycho“. Aber der Schriftsteller Bret Easton Ellis treibt hier sein eigenes Spiel mit dem zuletzt so boomenden Genre der Autofiktion. Denn auch wenn Ellis die Geschehnisse rund um den Killer namens „The Trawler“ bestechend authentisch und dokumentarisch erzählt, ist der doch erfunden. Nicht erfunden ist freilich, dass Serienkiller in jener Zeit eine „Blütezeit“ erlebten. Die Angst, einem solchen Mord zum Opfer zu fallen, war real.

Auf zwei Ufern

Für Bret wird sie es, als der Neue Robert Mallory (Homer Gere, Sohn von Richard) in der Schule auftaucht. Ihm traut er nicht über den Weg, und es gibt auch genug Gründe dafür. Allerdings stellt sich auch die Frage, ob Brets Obsession mit Robert nicht andere Gründe haben könnte – als jemand, der seine Bisexualität im Verborgenen auslebt.

Für eine Serienverfilmung, wie sie jetzt – einmal mehr aus der Schmiede von Ryan Murphy – auf Disney+ angelaufen ist, eignet sich der Roman zum einen sehr gut. Allein wegen der Schauwerte: Die 1980er werden in eine kokaingrelle Farbwelt getaucht, die Taftflocken sitzen so gut, wie sie es später nie wieder tun würden. Man telefoniert am kussmundförmigen Festnetz, es gibt noch Plattengeschäfte, der Soundtrack ist ein Vergnügen. Bret lebt in einem betuchten Viertel L.A.s, so wie seine Freunde aus der Eliteschule. Er ist liiert mit Debbie, die beiden treffen sich zu Sex-Doppeldates mit dem Schuladel Thom und Susan (Kaia Gerber, Tochter von Cindy Crawford). Dauernd ist irgendeine Party an beleuchteten Pools und die Drogen-Highs sind in dieser Umgebung immer nur pittoresk, nie grauslich.

Unzuverlässig

Zum anderen ist „The Shards“ auch eine Herausforderung für eine Adaption, weil die Spannung und Unruhe in dem Roman stark darauf beruht, dass sich Bret langsam aber sicher als unzuverlässiger Erzähler entpuppt. Wohl ein Grund dafür, dass die Serie massiv mit Romanrezitationen aus dem Off arbeitet. Das verlangsamt die Sache aber natürlich, wer also eine reißerische Splatterserie erwartet, wird mit „The Shards“ nichts anfangen können.

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