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Kammeroper Wien: Furioses Finale in einem Haus, das fehlen wird

Mit zwei Einaktern von Weinberg und Martinů schließt die Kammeroper. .
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Am Ende bleibt die Frage, ob man in den Jubel für die Premiere der beiden Einakter, „Lady Magnesia“ von Mieczysław Weinberg und „Zweimal Alexander“ („Alexandre bis“) von Bohuslav Martinů, einstimmen möchte oder in wütende Tränen ausbrechen soll.

Die Ovationen galten der letzten Premiere in der Wiener Kammeroper. Die Tränen dem Ende dieses Hauses, das wegen Sparmaßnahmen gezwungen ist, seinen Betrieb einzustellen.

19 überwiegend gelungene Produktionen konnte Intendant Stefan Herheim an der kleinen Spielstätte des Musiktheaters an der Wien verbuchen. Weitere waren bereits in Planung und Verträge geschlossen. Die Abschlagszahlungen belaufen sich auf 65.000 Euro. Das konnte der aktuellen Produktion nichts anhaben.

Die beiden Einakter fügen sich in Anna Bernreitners spritziger, auf präzise Personenführung fokussierter Inszenierung glänzend zu einem Opernabend zum Thema eheliche Treue.

Weinberg orientierte sich an G. B. Shaws „Leidenschaft, Gift und Versteinerung oder Die verhängnisvolle Syphonflasche“. Ein Gatte will erst seine Frau, dann den Diener ermorden, weil die beiden ein Verhältnis haben.

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Martinu schildert nach dem Vorbild von Mozarts „Così fan tutte“, wie Alexander die Treue seiner Frau auf die Probe stellt, indem er sich als sein eigener Cousin ausgibt. Manfred Rainer verwandelte die Bühne in ein ansehnliches Schlafzimmer, die Betten stehen auf echten Füßen. Die Figuren tragen kunstvoll gefertigte Rokoko-Science-Fiction-Kleider.

Beide Stücke funktionieren wie eine Feydeau-Komödie, wo die Komik durch überraschende Wechsel erzeugt wird. Das erledigt hier die Musik. Irene Delgado-Jiménez führt das Kammerorchester mit Drive durch Weinbergs jähe Wendungen. Jazzige Passagen lässt sie wie Einsprengsel wirken, die die Figuren zum Swingen bringen. Sublim bringt sie Martinus Musik zum Schweben.

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Leichtigkeit

Josefine Göhmann betört als Lady Magnesia. Mit Leichtigkeit erreicht sie jede Höhe, sinnlich intoniert sie Martinus Armande. Jacob Phillips fasziniert mit seinem dunkel timbrierten Bariton als Diener Adolphus und als furioser Alexander. Die Nebenrollen sind mit Peter Kirk und Wilma Kwammer sehr gut besetzt. Timothy Edlin und Johann Ebert ergänzen auf einem Magritte-ähnlichen Gemälde als Porträts von Alexander.

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