Mozart, äußerst pointiert im Rabenhof: "Die Liebe ist’s allein"

Cornelius Obonya und Fuzzman begeistern mit einem Live-Hörspiel über das Leben des Komponisten von Matthias Euler-Rolle.
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Matthias Euler-Rolle ist schwer zu fassen. Er begann 1994 bei Radio CD, wechselte zu Ö3, präsentierte die „Austria Top 40“, ging zu ATV, führte durch die Morgenshow bei 88.6. Er tauchte bei „Kommissar Rex“ auf, eröffnete die Szene-Bar „Puff“, war Pressesprecher von Minister Josef Ostermayer wie von Kanzler Werner Faymann, dann wurde er Kommunikationschef der SPÖ und beschloss, Kapitalist in der Immobranche zu werden. 2024 veröffentlichte er den faktenbasierten Roman „Mozart. Die Liebe ist’s allein“ über seinen großen Hero.

Nun machte er daraus, brutal gekürzt, ein Live-Hörspiel – im Rabenhof. An Selbstbewusstsein mangelt es ihm ja wirklich nicht. Aber dem smarten Jongleur gelang Erstaunliches: Die Uraufführung des 90-minütigen Abends wurde am Donnerstag ehrlich bejubelt.

Der Regisseur und Dramaturg hatte sich aber der Unterstützung namhafter Kräfte versichert: Cornelius Obonya servierte als Erzähler die pointierten Dialoge mit unglaublich viel Witz, er verlieh jeder Figur – darunter der gütigen Constanze und dem übereifrigen Schikaneder – ein Profil. Laurenzo da Ponte sprühte geradezu vor Listigkeit, und den triebhaften Komponisten stattete er mit einer gewissen Atemlosigkeit aus.

Dieses Bravourstück ergänzten Bassist Stefan Gfrerrer und Herwig Zamernik (Fuzzman) mit schrägen Zwischenspielen sowie melancholischen Songs auf Basis von Zitaten aus Mozart-Opern, darunter „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“. Die Musik zu zitieren, ersparten sie sich aber (bis auf eine angeteaserte Arie aus dem „Figaro“): Ein neckisches „Pa Pa Pa …“ muss reichen. Und so hat „Die Liebe ist’s allein“ (aus der „Zauberflöte“) eine Ähnlichkeit zu den Arbeiten von Nils Strunk und Lukas Schrenk: Auch in der fulminanten Nacherzählung „Killing Carmen“ in der Volksoper gibt es fast keinen Bizet zu hören.

Szenisch wäre aber mehr möglich gewesen: Lichttechniker und Bühnenbildner ist Euler-Rolle keiner. Noch keiner?

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