"Mein erster Nussknacker" im NEST: Ballett für die Kleinsten
von Silvia Kargl
Mit „Mein erster Nussknacker“ ist dem langjährigen Solotänzer des Wiener Staatsballetts Eno Peci im NEST (Neue Staatsoper) ein Stück gelungen, das gleich zwei Anforderungen bestens erfüllt. Entstanden für und mit dem Tanznachwuchs der Ballettakademie und der Jugendkompanie der Wiener Staatsoper soll den begabten jungen Tänzerinnen und Tänzern ermöglicht werden, ihr Können zu zeigen und Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln. Und dazu ist Pecis „erster Nussknacker“ nach dem beliebten Ballett von Piotr I. Tschaikowski zugleich eine geglückte Einführung für ein Publikum ab sechs Jahren.
Streit ums Spielzeug
Das Ballett nach teilweise brutalen Märchenmotiven von E. T. A. Hoffmann und Alexandre Dumas d. Ä. wird seit seiner Uraufführung 1892 immer wieder musikalisch und tanzstilistisch neu gedeutet. Die Ängste eines Mädchens, das von Kämpfen der Zinnsoldaten mit Mäusen am Weihnachtsabend träumt, lässt Peci weitgehend unberührt. Bei ihm treffen Jung und Alt aufeinander, die Kinder Klara und Fritz streiten um Spielzeug, werden Einbrecher bekehrt, und das einstündige Ballett spielt im „Nuss und Schokolade“-Geschäft Drosselmeyers. Dieser bleibt wie im klassischen Ballett eine skurrile Persönlichkeit, sehr gut getanzt von Pier Abadie.
Rollen-Interpretation
Peci hat nicht nur choreografiert, sondern auch inszeniert. Auch das ist ein wichtiger Schritt für den Tanznachwuchs, in dessen Ausbildung die Technik oft höheren Stellenwert hat als die Interpretation von Rollen.
Dem jungen Publikum hat der Ausflug in die Kunstform Ballett hörbar gefallen.
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