SAUDI-MUSIC-FESTIVAL

© APA/AFP/FAYEZ NURELDINE / FAYEZ NURELDINE

Kultur
12/20/2021

Mehr als 700.000 Besucher bei Soundstorm-Festival in Saudi-Arabien

Trotz Corona-Pandemie. Menschenrechtsorganisationen kritisieren Auftritte internationaler Stars wie DJ David Guetta.

In Saudi-Arabien haben trotz der Corona-Pandemie 732.000 Menschen ein Musikfestival besucht. Das gaben die Behörden des Königreichs am Montag nach Ende der viertägigen Veranstaltung bekannt. Damit sei das Festival MDLBeast Soundstorm, bei dem trotz Boykottaufrufen auch internationale Stars wie der französische DJ David Guetta auftraten, "eines der größten Musikfestivals weltweit", erklärte der Chef der saudiarabischen Unterhaltungsbehörde, Turki al-Scheich.

Das Festival, das zum ersten Mal 2019 stattfand, wird vor allem von jungen M√§nnern und Frauen besucht, die dort zusammen feiern und zu westlicher Musik tanzen k√∂nnen. "So etwas haben wir in Riad noch nie erlebt: Menschenmassen, Musik, VIP-R√§ume und f√ľr das K√∂nigreich unkonventionelle Kleidung", sagte eine Festival-Besucherin der Nachrichtenagentur AFP.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman versucht seit 2017, eine gesellschaftliche √Ėffnung des erzkonservativen K√∂nigreichs anzusto√üen - auch um Touristen anzulocken. So wurden das jahrzehntelange Fahrverbot f√ľr Frauen abgeschafft und Konzerte mit Frauen und M√§nnern im Publikum erlaubt. Allerdings wurden die Reformen von einem harten Vorgehen gegen Regierungskritiker begleitet, darunter auch Frauenrechtlerinnen.

Menschenrechtsorganisationen werfen dem Königreich vor, große Sport- und Kulturveranstaltungen zu nutzen, um sein schlechtes Image aufzupolieren. Im November war der kanadische Popstar Justin Bieber in die Kritik geraten, weil er bei einem Formel-Eins-Rennen in Saudi-Arabien aufgetreten war. Human Rights Watch erklärte damals, das Königreich nutze das Sportereignis, um "von weitverbreiteten Menschenrechtsverletzungen abzulenken".

Vor dem Soundstorm-Festival hatte sich die Menschenrechtsorganisation erneut zu Wort gemeldet. Sie forderte die K√ľnstlerinnen und K√ľnstler auf, sich bei ihren Auftritten zu den Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien zu √§u√üern oder gar nicht dort aufzutreten.

Trotz wieder steigender Infektionszahlen gibt es in Saudi-Arabien derzeit kaum noch Corona-Beschränkungen. Auch die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus wurde in dem Golfstaat schon nachgewiesen.

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