Müssen sich zusammenraufen: Hubert Mur (Michael Fitz) und Peter Palfinger (Florian Teichtmeister) 

© ORF/Toni Muhr

Kultur Medien
11/20/2019

TV-Krimi "Die Toten von Salzburg": Spaß am Zoff

Florian Teichtmeister ermittelt im neuen Fall "Wolf im Schafspelz" (Mittwoch, 20.15, ORF2). Der Schauspieler im Interview.

von Nina Oberbucher

Eigentlich wollte Bruder Sebastian (Simon Hatzl) die Beichte abnehmen. Stattdessen findet er eine Leiche zwischen den Kirchenbänken – es ist sein Mitbruder Jakob, erschlagen von einem Eisenkreuz. Wenigstens hat es der Ermittler nicht weit zum Tatort: Peter Palfinger wohnt selbst im Kloster.

Seit 2016 verkörpert Florian Teichtmeister den im Rollstuhl sitzenden Major. "Wolf im Schafspelz" (heute, ORF2, 20.15 Uhr) ist der mittlerweile fünfte Fall aus der Krimi-Reihe "Die Toten von Salzburg". Mit dabei sind neben Teichtmeister u. a. wieder Erwin Steinhauer und Fanny Krausz. Und es wird wieder grenzüberschreitend gearbeitet.

Denn das Mordopfer – eigentlich kein Mönch, sondern ein Krimineller im Zeugenschutzprogramm – kommt aus München. Was Palfingers Lieblingsfeind, den bayrischen Ermittler Hubert Mur (Michael Fitz) auf den Plan ruft. "Es macht sehr viel Spaß, den Zoff und die Bonmots zu spielen und zu versuchen, sich gegenseitig auch mal eins reinzuwürgen", sagt Teichtmeister im Gespräch mit dem KURIER. "Das blüht und gedeiht aber nur auf dem Boden des wirklichen Respekts."

Ich spüre in meinem Leben keine Sekunde die Gefahr, dass irgendetwas langweilig wird.

Der sechste Fall, "Schwanengesang" wurde bereits abgedreht, der siebente folgt. Dass er der Rolle mit der Zeit überdrüssig werden könnte, fürchtet Teichtmeister nicht: "Ich habe noch nie darüber nachgedacht, weil ich in meinem Leben keine Sekunde die Gefahr spüre, dass irgendetwas langweilig wird. Die Frage lautet ja: Ist es Routine oder Langeweile? Routine halte ich per se für vollkommen ungefährlich. Sie ist eine große Möglichkeit, weil in ihr Sicherheit liegt und dadurch Kapazitäten für andere Dinge frei werden", sagt Teichtmeister. "So bleibt mehr frei für das, was mich gerade am Drehbuch oder an den Kollegen interessiert, die ja bis auf den Stamm-Cast immer neu sind und immer etwas anderes mitbringen."

Die anfänglichen Bedenken, ob man ihm abnehmen werde, dass er Rollstuhl fahren könne, seien etwa nur mehr "Hintergrundrauschen": "Ich wollte kein Schindluder damit treiben und das weder ausschlachten noch ausschließlich damit Geld verdienen. Aus einigen berufenen Ecken Bestätigung zu hören, hat dann diese Last genommen, die mich am Anfang begleitet hat.“

Die Vorbereitungszeiten werden auch immer kürzer: "Sich morgen in den Rollstuhl zu setzen und übermorgen zu drehen – das wäre zu knapp. Da passiert körperlich etwas, wenn ich länger im Rollstuhl sitze, und das würde ich sicher vermissen, wenn ich nicht vorbereitet wäre", so Teichtmeister. Mittlerweile reichen ihm dafür aber ein paar Wochen.

Auch abseits von Filmdrehs ist Teichtmeister gut beschäftigt: Aktuell spielt der 40-Jährige etwa in "Die Edda" am Burgtheater und ebendort ab Dezember in "Dies Irae". Zwischendurch ist an der Staatsoper Berlin in "Die Zauberflöte" und "Die Fledermaus" zu sehen und moderiert am Sonntag bei der Verleihung des Nestroy-Theaterpreises (für den Publikumspreis kann man übrigens noch bis Samstag auf tv.orf.at/orfdrei abstimmen). Im Sommer wird dann wieder für "Die Toten von Salzburg" gedreht.

Was die weitere Entwicklung der Figur Peter Palfinger betrifft, ist Teichtmeister gelassen: "Ich habe das große Glück, dass mir die Autoren, der Regisseur und die Produktion sehr früh anbieten, über die nächsten Ideen zu sprechen. Ich habe nie das Gefühl, dass wir nicht in dieselbe Richtung arbeiten würden", sagt Teichtmeister, der weiß, dass es auch anders sein könnte.

"Vor Kurzem habe ich das Video gesehen, in dem die Darsteller von ,Game of Thrones‘ das Drehbuch zur letzten Staffel lesen. Da passiert etwas, das die Schauspieler bis zu dieser Leseprobe nicht wussten. Und der ganze Tisch reagiert schockiert. Wenn man so erfährt, wie die eigene Figur zu Ende gebracht wird – ich fände das schmerzhaft."