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Kultur Medien
01/18/2021

Schauspielerin Nicole Beutler: Spaß bei "Vorstadtweibern", demnächst bei Netflix

Die Schauspielerin über ihren BBC-Dreh, die „Vorstadtweiber“ und die „fatale“ Situation der Künstler.

von Georg Leyrer

„Wir Künstler“, sagt Schauspielerin Nicole Beutler, „tragen alle unser Herz nach außen und umarmen einander gerne mal. Das geht alles im Moment nicht.“ Und so sind Dreharbeiten in Corona-Zeiten, erzählt Beutler im KURIER-Gespräch, „extrem diszipliniert“.

So sehr, dass bei einem prominenten Dreh in England, den die Schauspielerin vergangenen Sommer absolviert hat, sogar eine Szene mit einem Händedruck zwischen zwei Schauspielern für Diskussionen gesorgt hat.

Das Ergebnis dieses Drehs ist derzeit auf BBC One zu sehen – und dort ein großer Erfolg: Beutler spielt in der international besetzten BBC/Netflix-Produktion „The Serpent“ mit, einer Serie nach wahren Begebenheiten über einen Serienmörder, großteils in Thailand gedreht.

„Die letzten zwei Wochen waren für Drehs in Europa angesetzt. Das sollte eigentlich in Prag stattfinden“, wurde aber wegen der Pandemie nach England verlegt, erzählt Beutler. Dort „haben sie sämtliche noch benötigten Locations nachgebaut“. Die österreichische Schauspielerin erhielt den freudigen Anruf: „Du hast die Rolle gekriegt.“ Nachsatz: „Und du musst sechs Tage in Vorab-Quarantäne, in einem Hotel.“

Diese neue Realität – mit Quarantänen, regelmäßigen Tests, strikten Hygienevorschriften – bei internationalen Film- und Fernsehdrehs hat die Österreicherin hautnah miterlebt. „In der Quarantäne durfte ich das Hotel sogar verlassen und spazieren gehen. Ich bin durch die wunderschöne Landschaft“ Englands gewandert, erzählt sie. „Bei der Anreise aber machte ich den ersten Test in London – und habe gesehen, wie leer diese Stadt im Lockdown aussieht. Todtraurig.“

Dass sie aber unter den schwierigen Bedingungen in den vergangenen Monaten nicht nur diese prominente Serie, sondern auch unter anderem für die „Vorstadtweiber“ und „Walking on Sunshine“ drehen konnte, hat sie „wahnsinnig gefreut“: „Es ist alles ein bisschen komplizierter, aber wir sind alle froh gewesen, dass wir weiter drehen durften.“

In „The Serpent“ spielt die unter anderem aus dem „Bergdoktor“ bekannte Schauspielerin eine reiche Frau namens Dagmar Böder, die mit dem Serienmörder „in Kontakt kommt, weil er immer wieder im Diamantenbusiness zu tun hatte. Mehr darf ich nicht verraten!“

Wird so ein großer Dreh künftig durch den Brexit schwieriger? „Ich hoffe nicht“, sagt sie.

Bei den „Vorstadtweibern“ (20.15 Uhr, ORF1) ist Beutler wieder als Psychotherapeutin Barbara Bragana zu sehen. „Ich freue mich, dass Barbara wieder sehr gut dabei ist – mit einer großen Storyline, die Spaß gemacht hat.“ Hauptthema dieser vorletzten Staffel sind Designer-Handtaschen. „Ich trage auch so eine – die war übrigens ziemlich schwer“, sagt Beutler mit einem Lachen.

Wie es weiter geht, darf sie auch hier nicht verraten. Nur so viel: „Man weiß aus den letzten Staffeln: Barbara liebt ihren Bruder (gespielt von Philipp Hochmair, Anm.) bedingungslos. Sie tut alles für ihn!“

Und dann heißt es Abschied nehmen von den „Weibern“. Was sich Drehbuchautor Uli Brée für das Finale der sechsten Staffel (Sendetermin: 2022) überlegt hat, weiß Beutler noch nicht. „Ich hoffe, dass er sich für das große Finale etwas Abgedrehtes einfallen lässt!“

Existenzen

Sie selbst, sagt die Schauspielerin, ist „in der glücklichen Lage zu wissen, dass ab März sowohl die ,Vorstadtweiber‘ das Finale drehen als auch ,Walking on Sunshine‘ den zweiten Block der dritten Staffel dreht.“ Die Situation in der Branche aber sei für viele Kollegen fatal. „Es sind Kollegen teilweise am Rande des Existenzminimums und wissen nicht, wie es weitergehen soll“, sagt die Schauspielerin. Die Unterstützungen vom Staat, „die es dankenswerterweise gab und gibt“, seien für viele nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Denn Schauspieler „haben keine Kurzarbeit, wir waren alle auf null Einkommen. Bei den ersten Minuten des Neujahrskonzerts im leeren Musikvereinssaal habe ich wirklich mit den Tränen gekämpft. Die Rede von Riccardo Muti wurde in aller Welt gehört – ob sie etwas bewirkt, weiß ich nicht. Die Situation für Kulturschaffende ist nach wie vor fatal.“

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