ProSiebenSat.1Puls4 baut in Österreich bis zu 45 Stellen ab
ProSiebenSat.1Puls4 vermeldet einen geplanten Personalabbau von bis zu 45 Stellen. Das Management befinde sich aktuell "in konstruktiven Verhandlungen" mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan, hieß es in einer Aussendung. Ziel sei, betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "bestmöglich finanziell abzufedern". In Österreich gehören u.a. die Sender Puls 4, Puls 24, ATV und der Streamingdienst Joyn zu der Mediengruppe.
Online-Redaktion vergangenes Jahr aufgelöst
Zuletzt wurde im August des Vorjahres bekannt, dass 9 Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter der Online-Nachrichten-Redaktion ihren Job verlieren. Diese wurde de facto aufgelöst bzw. in Joyn integriert, mit deutlich geringerem Textaufkommen. Bei ProSiebenSat.1Puls4 hielt man damals fest: "Die Dominanz von US-amerikanischen und chinesischen Unternehmen im Medienmarkt nimmt zu, besonders in den sozialen Medien. Mit Joyn haben wir eine erfolgreiche Antwort am Markt positioniert."
In einem KURIER-Gespräch hatten die ProSiebenSat.1Puls4-Chefs Thomas Gruber und Bernhard Albrecht im vergangenen Jahr einen Mitarbeiterabbau, aber "keinen Big Bang" angesprochen. "Wir planen aktuell hier in Österreich mit sinkenden Personalzahlen."
Personalabbau "mit Verantwortung"
Geschäftsleiterin Human Resources bei ProSiebenSat.1Puls4, Birgit Moser-Kadlac, wird zu den aktuellen Schritten folgendermaßen zitiert: „Wir wissen, dass dieser Schritt für viele unserer Kolleg:innen eine große Belastung bedeutet. Gerade deshalb ist es uns ein Anliegen, diesen Prozess fair, transparent und mit Verantwortung zu gestalten." Betriebsratsvorsitzender Christoph Woska-Kiefmann sagt dazu: „Dass es nun in unserer Unternehmensgruppe einen solchen Schritt benötigt, bedauern wir zutiefst. Es zeigt erneut, vor welchen Herausforderungen die gesamte Medienbranche in Österreich aktuell steht." Er plädiert für eine Arbeitsstiftung für die Branche, "denn leider gehen wieder Medienjobs nachhaltig verloren“.
Übernahme des Mutterkonzerns
Der italienische Konzern Media for Europe (MFE) der Familie des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi hatte im September des Vorjahres nach einem großen Aktienankauf die volle Kontrolle über den Mutterkonzern ProSiebenSat.1 übernommen. Die von Pier Silvio Berlusconi geführte Gruppe besitzt bereits Fernsehketten in Italien und in Spanien und plant einen europäischen Verbund. ProSiebenSat.1 ist neben der RTL-Familie der zweite große private Fernsehkonzern in Deutschland.
Kurz darauf kam es zu einem Wechsel der Führungsmannschaft in Unterföhring bei München. Damals reagierten die Redaktionen von ATV, Puls4 und Puls24 auf die Personalentscheidungen. "Die Konzernzentrale von ProSiebenSat1 hat unter den verschiedensten Eigentümern noch nie den geringsten Versuch gemacht, Einfluss auf die Redaktion oder unsere Informationsinhalte zu nehmen - und wir hätten das auch nicht zugelassen. Das wird sich in Zukunft nicht ändern", wurde in einer Aussendung betont.
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