"Malcom mittendrin": Der Familie entkommt man einfach nicht

Die kultige Nachmittagsserie kehrt für ein Serienspecial auf Disney+ zurück: "Malcolm in the Middle: Life's Still Unfair".
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In den Nullerjahren und lange danach schallte es aus vielen Eigenheimen: „You’re not the boss of me now ... And you’re not so big.“ Es ist der rockige Titelsong von „Malcolm mittendrin“, jener US-Serie, die fürs Thema Familiencomedy mit einem noch nie gesehenen Grad an Verrücktheit und Tempo neue Maßstäbe setzte. Nur zwei Wochen nach „Scrubs“ startet nun ein weiterer Nachmittagsklassiker aus jener Zeit auf Disney+ spät in eine neue Ära. Im Fall von „Malcolm mittendrin“ war die Aufgabenstellung schwieriger. Es galt, einem gerade dem Kindesalter entwachsenen Teenager ein neues Erwachsenendasein zu geben.

Das frühere Wizkid Malcolm (Frankie Muniz) ist jetzt im mittleren Management tätig. Mit seinen Eltern will er nichts zu tun haben. Außer Wut, Impulsgesteuertheit und Sturheit haben sie ihm wenig mitgegeben. Diese schlechten Seiten will er möglichst verstecken – was nicht immer gelingt.

In Folge eins lernen wir seine hochemotionale Teenagertochter Leah (Keeley Karsten) kennen, er ist alleinerziehender Vater und in seinen Erziehungsmethoden stark beschränkt. Auch dies schiebt er auf seine fahrigen Eltern. Allerdings steht nun das 40. Hochzeitsjubiläum der beiden an. Lois (Jane Kaczmarek) und Hal („Breaking Bad“-Star Bryan Cranston) versuchen vergeblich, Malcolm zu kontaktieren, während die anderen Brüder längst zugesagt haben. Christopher Kennedy Masterson als Francis und Justin Berfield als Reese sind wieder dabei. Die Rolle des kleinen Dewey, der nun erwachsen ist, musste hingegen mit Caleb Ellsworth-Clark neu besetzt werden. Malcolms jüngster und blitzgescheiter Bruder Kelly, den man nur im Babyalter gesehen hatte, wird von der nonbinären Person Vaughan Murrae gespielt.

Ein Mann mit angespanntem Gesichtsausdruck versucht, die Tür eines Autos zu öffnen, während eine weitere Person davor steht.

Wutentladung am eigenen Auto: Malcolm (Franke Muniz)

Noch immer unfair

Während sich die Neuzugänge gut einfügen und der Serie zeitgemäße Facetten geben, ziehen die Altbekannten wieder alle Register – nur anders. Reese widmet sich allerlei Blödsinn und bindet mit Heimwerkerprojekten Vater Hal an sich. Dieser ist rasch splitternackt zu sehen, während Lois ihm Rücken und Intimbereich rasiert. Im Supermarkt (auch dort treffen wir Bekannte) gibt er mit einer Handvoll Backgroundsängern in roten Anzügen ein Ständchen (Bruno Mars’ „Locked out of Heaven“). Skurril-verfremdete Szenen wie diese treffen noch immer ins Schwarze.

Die Prämisse des Revivals, dass man seiner Familie einfach nicht entkommt (Untertitel: „Life’s Still Unfair“) weiß zu gefallen. Aber ob das längerfristig Potenzial hat? Serienschöpfer Linwood Boomer und Disney wagten sich vorerst nur an vier 25-minütige Folgen heran. Der charmante Familienbesuch könnte also von kurzer Dauer sein. 

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