Kultur | Medien
07.08.2018

Die "Jahrhundertfrau" Elisabeth Heller ist tot

André Hellers Mutter und Förderin starb im 104. Lebensjahr

Die "Jahrhundertfrau" ist gestorben: Elisabeth Heller, Mutter des Universalkünstlers André Heller, starb im 104. Lebensjahr am heutigen Dienstag in Wien. Sie wurde am 9. August 1914 in der Bundeshauptstadt geboren und wuchs dort und in Südtirol auf. 1933 heiratete sie den Großindustriellen Stephan Heller. Nach dem „Anschluss“ und während des Zweiten Weltkriegs blieb sie mit ihrem ersten Sohn, Fritz, in Wien, während ihr Mann zuerst nach Frankreich und später nach Großbritannien emigrierte. Nach Kriegsende kehrte er zurück, 1947 wurde der zweite Sohn geboren, Franz André.

2012 porträtierte der ORF Elisabeth Heller unter dem Titel „Die Jahrhundertfrau“. Sie war Vertraute und Förderin ihres Sohnes, was ihr den etwas zu kurz gegriffenen Titel "Künstlermutter" bescherte. Gespräche zwischen ihrem Sohn, Andre Heller, und der „Jahrhundertfrau“ - so der Titel eines ORF-Porträts aus dem Jahr 2012 - bildeten im vergangenen Jahr die Grundlage für ein Buch.

„Der Abschied von meinen Kindern, davor fürchte ich mich. Aber nicht vorm Sterben“, so Elisabeth Heller in der 2012 ausgestrahlten ORF-Dokumentation mit dem Titel „Elisabeth Heller - Die Jahrhundertfrau“, die die abenteuerliche Lebensgeschichte von der Fabrikantengattin zur emanzipierten Frau erzählt. Ihr unentwegtes Interesse am kulturellen Leben halte sie jung, erklärte die damals 98-Jährige.

Obwohl seine Mutter erst „zu einem Zeitpunkt, wo ich eindeutig erfolgreich war“ zur „Anhängerin“ Andre Hellers wurde, wie er in dem Film sagte, sei „sie in sehr vielen schwierigen Situationen meiner jüngeren Jahre auf ihrem Posten“ gewesen. Etwa als sie ihren Familienschmuck verpfändete, um ihrem Sohn bei der Finanzierung seines Lissabonner „Theater des Feuers“ zu unterstützen. Unter dem Titel „Uhren gibt es nicht mehr. Gespräche mit meiner Mutter in ihrem 102. Lebensjahr“ erschien im vergangenen Jahr ein Buch aus der Feder Andre Hellers.