Sparkurs bei der BBC

© APA - Austria Presse Agentur

Kultur Medien
10/29/2021

BBC verkündet Zehn-Punkte-Plan für größere Unparteilichkeit

Der öffentlich-rechtliche Sender steht unter wachsendem Druck der Regierung.

Nach einer Reihe von Skandalen und vor dem Hintergrund wachsenden Drucks durch die konservative britische Regierung will sich die BBC reformieren. Der öffentlich-rechtliche Sender veröffentlichte am Freitag einen Zehn-Punkte-Plan, um seinem Auftrag der Unparteilichkeit besser nachzukommen und die Vielfalt des Landes sowohl beim Personal als auch inhaltlich besser darzustellen.

Der Plan sieht unter anderem Schulungen zur Verbesserung der Unparteilichkeit, eine regelmäßige Überprüfung der BBC-Inhalte, mehr Transparenz sowie eine Politik zur Unterstützung von Whistleblowern vor. Um dem Vorwurf zu begegnen, er sei zu London-zentriert, erwägt der Sender, einige seiner Dienste in die Provinz zu verlegen. Zudem sollen die Regeln für die aktive Nutzung der Online-Netzwerke durch Mitarbeiter verschärft werden.

"Fundament unserer Beziehung zum Publikum"

"Die redaktionellen Werte der BBC - Unparteilichkeit, Genauigkeit und Vertrauen - sind das Fundament unserer Beziehung zum Publikum im Vereinigten Königreich und in der ganzen Welt", erklärte BBC-Generaldirektor Tim Davie. Die Änderungen zögen nicht nur Lehren aus der Vergangenheit, sondern stellten gleichzeitig sicher, dass die redaktionellen Werte auch für die Zukunft geschützt würden.

Dem für seine journalistische Strenge und Unabhängigkeit bekannten Rundfunkriesen war von der konservativen Regierung unter Premierminister Boris Johnson wiederholt eine zu einseitige Berichterstattung, etwa beim Brexit, vorgeworfen worden. Der Umgang des Senders mit dem auf unlautere Weise zustande gekommenen berühmten Interview mit Prinzessin Diana im Jahr 1995 hatte zudem für einen schweren Imageschaden gesorgt.

"Echte Veränderungen"

Der BBC stehen bald Gespräche über ihre Charta bevor, die ihren öffentlich-rechtlichen Auftrag regelt. Stand sie schon vorher unter Druck der Regierung, hat sich dieser mit der Ernennung der Trivialroman-Autorin Nadine Dorries zur neuen Kulturministerin noch weiter verstärkt. Nach ihrem Amtsantritt im September sagte Dorries, die als Kulturministerin die Verhandlungen über die künftige Finanzierung des Senders führen wird, sie wolle "echte Veränderungen" bei der BBC. Deren Mitarbeiter beschuldigte sie, "alle die gleichen politischen Vorurteile" zu haben und "viel über Vielfalt zu reden, aber nicht über Kinder aus der Arbeiterklasse".

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