„Banksters“ auf HBO Max: Nach dem Freistoß kommt die Polizei
Den Freistoß darf er noch schießen, dann wird Yusuf (Eren M. Güvercin, „Mozart/Mozart“) vom Fußballplatz abgeführt und direkt in den Verhörraum gebracht. Der Vorwurf: Der auszubildende Bankangestellte soll mehrfachen Bankraub begangen haben. Und stellt sich nun eine Frage: Hat ihn einer seiner Komplizen verpfiffen?
Die Ausgangslage in „Banksters“, der ersten deutschen Eigenproduktion des Streamers HBO Max, ist vielversprechend. Dass das Bankwesen ein lohnender Schauplatz ist, haben etwa „Bad Banks“ und „Industry“ bewiesen. Und welch kriminelles Serien-Potenzial sich in Kinderzimmern findet, ist spätestens seit „How To Sell Your Drugs Online (Fast)“ bekannt. In „Banksters“ (Produzenten sind Quirin Berg und Max Wiedemann, bekannt für „4 Blocks“) werden zwischen Hausaufgaben und Spielsachen jedoch keine Drogen, sondern bündelweise Geldscheine versteckt.
Die Handlung beruht – so steht’s im Vorspann – auf einer wahren Geschichte. Yusufs Vater hat Schulden gemacht, der Sohn will das wieder geradebiegen. Die sechs Folgen verbinden Kritik am Finanzsystem mit Heist-Action, Familiendrama und Coming-of-Age-Elementen. Durch die vielen Zeitsprünge nimmt sich „Banksters“ ordentlich Tempo, das gerade in einer Serie über den Rausch des Geldes und den Nervenkitzel eines Raubs essenziell wäre. Auch die Figuren sind zu dünn erzählt. Da hätte man sich von HBO, der Heimat von Serien wie "Game of Thrones" oder "The White Lotus", doch etwas mehr erwartet.
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