Kultur
28.03.2018

Erneut Verwirrung um ORF-Bildtext

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher wurde im "Report" als "Marx Lercher" tituliert. ORF spricht von "bedauerlichem Fehler".

Eben erst hat sich die Empörung über einen gefälschten Bildtext bei der ORF-Parlamentsübertragung von letzter Woche gelegt, da sorgt auf Twitter neuerlich ein ORF-Bildinsert für Aufsehen. Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher wurde beim "Report"-Interview in der Bildunterschrift als "Marx Lercher" vorgestellt. Für Erheiterung sorgt die Assoziation mit Karl Marx insofern, weil Lercher ideologisch dem prononciert linken Parteiflügel zugerechnet wird und gerne kämpferisch auftritt. Auch der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Mario Lindner hat einen entsprechenden Screenshot auf Twitter geteilt.

Anfängliche Vermutungen, es könnte sich erneut um eine nachträgliche Bildmanipulation zum Zwecke der Netzpropaganda handeln, konnten rasch zerstreut werden. Das Insert wurde am Dienstagabend im "Report" tatsächlich so gesendet. Bei dem Studiointerview wurde zwei Mal der richtige Name "Max Lercher, SPÖ-Bundesgeschäftsführer" eingeblendet (siehe Bild unten) und dazwischen ein Mal der falsche Text " Marx Lercher, SPÖ-Bundesgeschäftführer" (sic).

ORF spricht von technischem Fehler

Der ORF spricht auf KURIER-Anfrage von einem "bedauerlichen Fehler, der aus technischen Gründen leider wiederholt wurde". Das Insert sei vom Computer aus einem fehlerhaften und einem korrekten Manuskript abgerufen worden. "Um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden, werden die internen Abläufe optimiert", heißt es in der Stellungnahme der "Report"-Redaktion.

Der skurrile Vorfall ist für den ORF insofern ärgerlich, weil der Sender in der Vorwoche noch mit einem manipulierten ORFIII-Screenshot in den sozialen Medien zu kämpfen hatte. Dabei war die im Rahmen der Raucherdebatte im Parlament eingeblendete Funktionsbezeichnung von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein ( FPÖ) im Nachhinein unter Anführungszeichen gesetzt worden ("Gesundheitsministerin"). Politiker fast aller Couleurs und auch ein Krone-Journalist fielen auf die Fälschung herein. Der ORF behielt sich rechtliche Schritte gegen die missbräuchliche Verbreitung seines Bildmaterials vor.