Martha Argerich: Wenn Kammermusik zum Ereignis wird
Der Titel „Fokus Martha Argerich“, wie der Musikverein den Schwerpunkt nennt, den er der Pianistin gewidmet hat, bekommt eine andere Dimension, wenn sie an den Tasten loslegt.
Die 1941 geborene Musikerin ließ im Finale ihrer Konzertreihe nicht den geringsten Zweifel aufkommen, wer bei ihr den Ton angibt. Mit ihrem über die Jahrzehnte bewährten künstlerischen Partner, dem Cellisten Mischa Maisky, eröffnete sie den Beethoven-Block ihres hochkarätig besetzten Kammermusikkonzerts. Bereits zu Beginn der zweiten Cello-Sonate in g-Moll war jede Diskussion darüber, welches Instrument den Vorrang hat, obsolet. Maisky musizierte bedächtig und machte mit Innigkeit so manche Intonierungsschwäche wett.
Unbändiger Furor
Zum Kontrastprogramm in jeder Hinsicht geriet die „Kreutzer-Sonate“ mit der Geigerin Janine Jansen. Die Einleitung wirkte wie ein Tanz, bei dem sich die beiden aufeinander zubewegen. Daraus wurde rasch ein gegenseitiges Befeuern. Musikantisch tobte Jansen fulminant durch den Variationen-Teil. Mit unbändigem Furor steigerten sich die Musikerinnen ins Finale und entfachten ein Feuerwerk an Virtuosität und Ovationen bis lang in die Pause.
Robert Schumanns Klavierquintett in Es-Dur ließen die beiden Musikerinnen mit Yamen Saadi, dem Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, dem Bratschisten Adrien La Marca und Maisky, jetzt in guter Form, zum Ereignis werde. Argerich changierte subtil zwischen „Dolce“ und forschen Passagen. Atemberaubend aufregend das furiose Finale, bei dem die fünf Musikerpersönlichkeiten demonstrierten, wie Kammermusik zum Ereignis wird. Ovationen.
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