Philharmonischer Goldklang mit Andris Nelsons im Musikverein
Von Susanne Zobl
In der letzten Februarwoche beginnen die Wiener Philharmoniker ihre Tournee in den USA. Der Dirigent Andris Nelsons, dem im Musikverein ein Schwerpunkt gewidmet ist, begleitet sie.
Dem 1978 geborenen Letten ist das Orchester seit über 15 Jahren verbunden. Ihre Programme führen sie wie bei jeder Reise zuvor in Wien auf. Beim nächsten Abonnement-Konzert mit dem Pianisten Lang Lang Bartóks 3. Klavierkonzert und Mahlers „Erste“. Im Musikverein gab Mozarts „Linzer“ Symphonie, KV 425, den Auftakt.
Klanggemälde
Mögen andere an historische Aufführungspraxis denken – dieses Orchester hat seinen Goldklang vorzuweisen. Der wurde vom Dirigenten ausführlich zelebriert, zunächst etwas getragen, was die Strahlkraft dieser C-Dur-Symphonie noch verstärkte. Jedes Motiv war detailliert ausformuliert, seufzende Geigen, tänzerische Motive formierte Nelsons zu einem prächtigen Klanggemälde.
Mit Antonín Dvořáks viel zu selten aufgeführter „Sechster“ in D-Dur trumpfte der Elite-Klangkörper richtig auf. Schon im ersten Satz war zu hören, wie nah ihnen das böhmische Idiom ist. Nelsons ließ Frohsinn mit Schwärmerei verschmelzen. Im langsamen Satz führten sie mit mysteriösen Streicherpassagen in ein feines Klangmärchen. Dann der Kontrast mit dem ausgelassenen „Furiant“, einem böhmischen Volkstanz. Von den Solisten sind die Holzbläser und die Hörner hervorzuheben. Auf die Rasanz und Präzision im Finale folgten Ovationen.
Kommentare