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Kultur

Marina Davydova wird Schauspielchefin bei den Salzburger Festspielen

Aus Russland geflohene Theatermacherin folgt im Herbst 2023 auf Bettina Hering.

11/24/2022, 09:37 AM

Die Salzburger Festspiele haben eine neue Schauspielchefin: Die nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine geflĂŒchtete russische Theatermacherin Marina Davydova wird Bettina Hering ablösen. Das teilten die Festspiele am Donnerstag in einer Aussendung mit. Hering verlĂ€sst das Festival nach sieben Jahren nach der Ausgabe 2023. Davydovas Vertrag beginnt am 1. Oktober 2023 und ist fĂŒr drei Jahre abgeschlossen. Auch der Vertrag von Intendant HinterhĂ€user lĂ€uft derzeit bis 2026.

Die 1966 im aserbaidschanischen Baku geborene Exilrussin hat bereits einmal mit Markus HinterhĂ€user zusammengearbeitet, und zwar 2016 ebenfalls als Schauspieldirektorin bei den Wiener Festwochen. Davydova war Theaterkritikerin, Chefredakteurin der Zeitschrift "Teatr.", Kuratorin und Festivalleiterin. Mit ihrem Festival "Neues EuropĂ€isches Theater" (NET) war sie fĂŒr den russischen Theaterboom der vergangenen 15 Jahre mitverantwortlich, dem Putins Politik ein Ende setzte. Sie musste Anfang MĂ€rz Russland verlassen, nachdem sie unmittelbar nach dem Überfall auf die Ukraine eine Petition verfasst hatte, in der sie zum sofortigen Ende des Kriegs aufrief. Seither lebt sie in Berlin. GegenwĂ€rtig arbeitet sie laut Aussendung an einem StĂŒck namens "Land of No Return / Land ohne Wiederkehr" fĂŒr das MĂŒnchner Residenztheaters und an einem Projekt mit dem Titel "The Museum of Uncounted Voices / Das Museum der ungezĂ€hlten Stimmen", einer Koproduktion des HAU Berlin und der Wiener Festwochen.

"Der Schwerpunkt des Schauspiels der Salzburger Festspiele wird weiter auf deutschsprachigem Repertoire liegen, gleichwohl soll unter ihrer Leitung mit einer verstĂ€rkt internationalen Ausrichtung unserem hohen Besucheranteil aus insgesamt 76 LĂ€ndern Rechnung getragen werden", wurde HinterhĂ€user in der Aussendung zitiert. "Ich bin ĂŒberzeugt, dass Marina Davydova mit ihren herausragenden fachlichen und menschlichen QualitĂ€ten dem Schauspiel der Salzburger Festspiele starke neue Impulse verleihen wird."

Sinn und Zweck der Kunst bleibe auch in Kriegszeiten, "das Leben in all seinen ontologischen, existenziellen und sozialen Aspekten zu ergrĂŒnden", so Davydova. "Als Leiterin des Schauspiels der Salzburger Festspiele wird mein Interessensschwerpunkt in erster Linie auf der Suche nach der Tiefe und Überzeugungskraft des Theaters und der Theaterarbeit liegen."

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