Leopold präsentiert den unbekannten Nitsch

Die dritte Sonderausstellung "Strukturen" zum zehnjährigen Jubiläum des Museums zeigt Druckgrafiken abseits der bekannten Schüttbilder Hermann Nitschs.

Geometrisches, Druck, Farbskalen: Mit einer eher unbekannten Seite Hermann Nitschs feiert das Wiener Leopold Museum sein 10-Jahres-Jubiläum nun mit der dritten und letzten Sonderausstellung des Herbstes.

Bilder der Ausstellung zum Durchklicken ...

Bild (Ausschnitt):
»Grablegung«, A/P, 2006-07
Strichradierung/Kaltnadel auf Kupfer, Vernis
Mou (Weichgrund) auf Aluminium, Lithografie/
Alugrafie, auf Originalrelikt, 196 x 299 cm
Sammlung zeitfrei, Salzburg/Tirol "Strukturen" vereint primär die Druckgrafiken und Zeichnungen des Künstlers, die einen Schaffensaspekt abseits der populären Schüttbilder zeigen, sich aber dennoch um den großen Gesamtkomplex des Orgien-Mysterien-Theaters drehen.

Bild:
Satyagraha, Mappe 4-teilig, E. A.
(Auflage 1/35 – 35/35 + 10 E. A.), 2001
Aktionsfoto übermalt, 42 x 30 cm
Nitsch Foundation, Wien Das O.M.-Theater fungiert gleichsam als große Klammer, bei der die Einzelwerke wie die Einzelstimmen im Orchester zusammenspielen.

Bild (Ausschnitt):
»O.T.« aus Mappe I »Die Architektur des Orgien
Mysterien Theaters«, Auflage 4/35, 1984-87
Lithografie in Rot, Bordeauxrot, Grün und Blau, 105,5 x 74 cm
Sammlung Galerie Weihergut, Salzburg Auch die Grafiken wühlen im "Unterirdischen des menschlichen Seins als Körperwesen", so Kurator Carl Aigner am Donnerstag bei der Präsentation der Schau, die ab Freitag, der Öffentlichkeit zugänglich ist.


Bild (Ausschnitt):
Architekturzeichnung, 2010
Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 21 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf Empfangen wird der Ausstellungsbesucher allerdings klassisch von einem zur Farbkathedrale verwandelten Atrium, in dem sich mehrere monumentale Schüttbilder verschiedener Epochen gegenüberstehen. 

Bild (Ausschnitt):
Schüttbild (3-teilig), 2003
Acryl auf Jute, 300 x 600 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf Über fünf Räume verteilt folgen dann jedoch 300 Einzelwerke wie die geometrischen Farbskalen des O.M.-Theaters... 

Bild:
»Farbskala«, 2010
Ölpastellkreide auf Papier, 84 x 60 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf ... oder Großformatiges wie "Das letzte Abendmahl" aus 1983,... 

Bild (Ausschnitt):
»Das letzte Abendmahl«, A/P, 1983
Siebdruck mit Farbe nach einer Zeichnung von
1976-79; auf Originalrelikt gedruckt, 166 x 389 cm
Nitsch Foundation, Wien ...Körper- und Bewegungsstudie in einem.


Bild:
Oedipus Christus, 1987
Buntstift auf Leinenstoff, 215 x 138 cm
The Duerckheim Collection Bei aller mathematischen Strenge lassen sich in den meisten Arbeiten Anklänge an die Umrisse menschlicher Eingeweide finden, die so an die bekannte Formensprache Nitschs anbinden.


Bild:
»O.T.«, E/A (Auflage 1/35 – 35/35 + 7 E/A), 2004
Partitur als Fotoradierung, eine Kreuzzeichnung
als Weichgrund in Variationen auf
Aktionsmalerei abfallend gedruckt, 51 x 38 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf Zu den Druckgrafiken des "Meisters", wie Nitsch von seinen Jüngern apostrophiert wird, gesellen sich Partituren,...

Bild:
9. Sinfonie: Die Ägyptische, Partitur, 2009
Kugelschreiber und Filzstift auf Papier, je 29,7 x 21 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf ... Sekundärwerke oder persönliche Collagen wie "Golden Love". 

Bild (Ausschnitt):
»Golden Love«, 1967
Multimedia Collage auf Papier/Leinwand, 159 x 323 cm
Museo MAGI‘900 Auch der Asolo-Raum aus 1973 wurde in seiner Gesamtheit reinstalliert. 


Bild (Ausschnitt):
Informelle Kritzelzeichnung, 1959-61
Bleistift auf Papier, 22,5 x 29,6 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf Das Ephemere der Kunstform Aktionismus wird durch zahlreiche Filme zu kompensieren versucht.

Bild:
»Rosenbild«, 1963
Blut, Ölkreide, Stoff, Papier und Pflaster auf Jute, 92 x 146 cm
Sammlung Gernot Dolezal Eigentlich handle es sich um keine klassische Ausstellung, gab Kurator Aigner zu bedenken:... 

Bild (Ausschnitt):
Architekturzeichnung, 1994
Buntstift auf Papier, 70 x 50 cm
Privatsammlung, Verona "Nitsch versucht, jede Ausstellung immer in ein kleines oder großes Orgien-Mysterien-Theater zu verwandeln."

Bild (Ausschnitt):
Reliktegesamtinstallation
2 Schreine mit Hemd, 2 Tische, 1 Stehtragbahre,
2 Leinwandflächen, 290 x 550 x 100 cm
Sammlung Eva-Maria und Dr. Rainer Neumann Man sehe also nur ein kurzes Innehalten in einem viel größeren Prozess: "Es gibt in Österreich nach 1945 keinen Theatermacher, der das Theater so revolutioniert, so weitergetrieben hat wie Nitsch."


Bild (Ausschnitt):
Studie zu Kreuzigungen, 1956
Bleistift auf Papier, 20,9 x 29,7 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf Nitsch selbst zeigte sich ob der Lobpreisungen gerührt, obgleich er ja eigentlich von langen Reden wenig angetan sei, die schließlich meist die Eröffnung des Buffets oder Wirtshauses hinauszögerten: "Aber wenn man so über mich redet, dann vergeht der Durst."

Bild: 
Architekturzeichnung, 2010
Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 21 cm
Privatsammlung Grundsätzlich sei er von der Ausstellung im Leopold Museum äußerst angetan,...

Bild:
»O.T.«, 2010
Multimedia Collage auf Papier, 83 x 88 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf ... zumal er immer schon eine inhaltliche Nähe zum österreichischen Expressionismus mit dessen Erotik und der Affinität zum Exzessiven gehabt habe: "Jetzt bin ich heimgekehrt in den Vatikan und darf hier ausstellen - ich freue mich."

Bild (Ausschnitt):
Farbskala, 2005
Ölpastellkreide auf Papier, 84 x 163 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf Diese inhaltliche Nähe konstatierte auch Sammlersohn Diethard Leopold, zumal sowohl Secessionismus als auch Aktionismus den Fokus auf den Körper legen würden: ...

Bild:
Diplomarbeit »Bibelumschlag«, 1958
Gouache auf Karton, 40,5 x 29 cm
Privatbesitz ... "Bei der allgemeinen Verschlafenheit und Unaufmerksamkeit der Erdenbewohner bedarf es intensiver Mittel."

Bild:
Satyagraha, Mappe 4-teilig, E. A.
(Auflage 1/35 – 35/35 + 10 E. A.), 2001
Unikatsradierung: Weichgrund, Strichradierung
auf handgefärbtem Papier, 42 x 30 cm
Nitsch Foundation, Wien Nitsch tritt somit in einen Dialog mit dem Hausgott Schiele.


Bild (Ausschnitt):
Architekturzeichnung, 1982
Kugelschreiber auf Papier, 29,7 x 21,2 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf Die Ausstellung "Strukturen" von Hermann Nitsch ist von 04. November bis 30.Jänner im Wiener Leopold Museum zu sehen. 

Bild:
Architekturzeichnung, 2010
Mischtechnik auf Papier, 29,7 x 21 cm
Atelier Hermann Nitsch, Prinzendorf
(apa / cark) Erstellt am
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