Horrorschocker „Lee Cronin's The Mummy": Der ägyptische Fluch im Schoß der Kleinfamilie
Sieht übel aus: Die grinsende Horror-Tochter Katie in "Lee Cronin's The Mummy".
„Lee Cronin’s The Mummy“ ist nichts für Kinder. In den USA erhielt der neue Mumien-Horror sogar ein R-Rating: Jugendverbot bis 17.
„Lee Cronin’s The Mummy“ läuft ab jetzt im Kino und darf auf keinen Fall mit der geplanten Fortsetzung der populären Abenteuer-Trilogie „Die Mumie“ verwechselt werden. Deren Fortsetzung „Die Mumie 4“, ein flotter Mix aus Humor und Action mit Brendan Fraser und Rachel Weisz, kommt zwar ebenfalls ins Kino, aber nicht vor Mai 2028.
„Lee Cronin’s The Mummy“ hingegen ist alles andere als massentauglich und richtet sich streng an jene Horrorfans, die eine Vorliebe für Splatter – auf gut Deutsch: Blut- und Beuschelreißer – haben. Zuletzt hat sich der irische Regisseur Lee Cronin mit seinem gruseligen Beitrag „Evil Dead Rise“ zum „Tanz der Teufel“-Kult-Franchise beliebt gemacht; nun beweist er sein sadistisches Händchen für haarsträubenden Bodyhorror und tief sitzenden Psychothriller.
Perfide verpflanzt Cronin den ägyptischen Fluch der Mumie in den Schoß einer netten amerikanischen Kleinfamilie. Charlie und Larissa Cannon leben mit ihren zwei Kindern in Kairo, wo Charlie als Journalist arbeitet. In einem unbeobachteten Moment wird ihre kleine Tochter Katie von einer unheimlichen Frau entführt und verschwindet spurlos.
Acht Jahre später – die Familie lebt mittlerweile in New Mexiko – wird Katie in einem Sarkophag wiederentdeckt und zu ihren Eltern gebracht. Sie lebt, sieht aber übel aus wie eine leprakranke Untote. Sie leide an einem Locked-in-Syndrom, wird den Eltern mitgeteilt, die ihre monströse Tochter mit nach Hause nehmen. Dort bemüht sich die ganze Familie um Katie, doch die speit – wie einst Linda Blair in „Der Exorzist“ – schwarzes Gift und schleimige Galle, bricht der Großmutter mit einem Kopfstoß die Nase und verwandelt den Wohnsitz der Familie in ein atmosphärisch perfekt düsteres Horrorhaus.
Zähne ziehen
Mit visueller Intensität verzahnt Cronin seinen Psychoterror mit blutrünstigen Spezialeffekten. So versucht beispielsweise die verzweifelte Larissa, ihrer wiedergefundenen Tochter mit einer Zange die krallenartigen Nägel abzuzwicken. Das sieht unfassbar grauslich aus und führt in einem gut gefüllten Kinosaal garantiert zu wohligem Gequietsche. Zähne werden gezogen und braune Hautfetzen vom Körper geschält, ganz dem ekelerregenden, haptischen Body-Horror verpflichtet. Gleichzeitig wird der Ekelfaktor mit psychologischem Terror gesteigert: Die Urangst aller Eltern, ihren Kindern keine guten Väter oder Mütter zu sein, brodelt als Schuldgefühl in Charlie und Larissa und vergiftet die Familienbande – bis zum horrenden Höhepunkt am Ende. Lee Cronin, den Namen merkt man sich.
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