Kunstmarkt-Krise: Auch Wiens Messe "Spark" sagt für 2026 ab
Das Organisationsteam gab sich alle Mühe, die Absage als Erfolg zu verkaufen: Die "Spark Art Fair" - die für März geplante Messe für zeitgenössische Kunst in der Wiener Marx-Halle - werde 2026 eine "strategische Pause" einlegen, hieß es. 2027 möchte man demnach gestärkt zurückkehren.
Die Absage folgt unmittelbar auf die Nachricht vom Freitag, dass die Messe Viennacontemporary in ihrer bisherigen Form nicht mehr weiterbestehen werde. Die bis zuletzt im September angesetzte Messe, die sich als internationales Aushängeschild und Zentrum eines auch über die Grenzen hinaus wahrgenommenen Wiener Kunstherbsts positionieren wollte, war in finanzielle Schräglage geraten und sah keinen Weg, ihre Vision weiter zu verwirklichen.
Vor diesem Hintergrund ist die diesjährige Absage der Spark wohl als Auftakt zu einer grundlegenden Neuordnung des Wiener Kunststandorts zu sehen. Martin Janda, Obmann des Verbandes Österreichischer Galerien zeitgenössischer Kunst, hatte in einem Statement als Reaktion auf das Aus der Viennacontemporary am Freitag bereits betont, dass es eine Konzentration der Kräfte brauche. "Das Messegeschäft befindet sich weltweit im Umbruch, parallel zu den laufenden Veränderungen und Anpassungen im Galeriegeschäft selbst. Die Vielzahl an Kunstmessen in Wien ist für Interessierte und SammlerInnen mittlerweile unübersichtlich und mitunter kontraproduktiv. Wien braucht wenige, aber sehr gut gemachte Messen", gab Janda zu Protokoll.
In dasselbe Horn stoßen nun die Verantwortlichen der "Spark": "In den kommenden Wochen setzt das Organisationsteam zudem einen breit aufgestellten Diskurs mit Vertretern aus Politik, Aussteller* innen, Künstler*innen, Sammler*innen, Institutionen, Wirtschaft und sämtlichen Stakeholdern in Gang", heißt es in der Aussendung. "Ziel ist, den Kunst- und Kunstmessen Standort Wien neu zu denken: Gemeinsam, innovativ, international relevant und erfolgreich. Wir wollen alle dazu einladen, ernsthaft und konstruktiv an neuen und erfolgreichen Formaten für den Standort Wien mitzuarbeiten."
Kleinformate statt große Würfe
Die Spark-Kunstmesse war 2021 vom Manager Renger van den Heuvel inmitten der Corona-Wirren aus der Taufe gehoben worden und galt in jener Zeit als Lichtblick. Nach dem Abgang des in der Szene geschätzten Veranstalters kam es aber zu Unsicherheiten, was bereits die Ansage der Spark-Ausgabe 2023 zur Folge hatte.
Zuletzt hatten mehrere "Kleinformate" wie die "Affordable Art Fair", die auch in anderen Städten mit gleichbleibendem Konzept Kunstmessen veranstalteten, Dependancen in Wien aufgeschlagen. Ein Event, das für den Standort Wien einzigartig macht, fehlt aber nach dem Ende von "Spark" und "Viennacontemporary". Zugleich bleiben nach dem Schiffbruch des Flaggschiffs viele Fragen um Eigentümer, Sponsoring und Markenrechte offen.
Am Freitag hatten auch die Veranstalter der Kunstmesse "Art & Antique" die Absage der traditionell zu Ostern stattfindenden Messe in der Salzburger Residenz bekannt gegeben. Hier gab man aber nicht direkt wirtschaftliche Gründe an - vielmehr hätten Auseinandersetzungen um den denkmalgeschützten Austragungsort zu Problemen geführt, die eine Veranstaltung der Messe verunmöglichten.
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