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Asmik Grigorian in Wien: Wenn Tränen zu gleißenden Tönen werden

Asmik Grigorian betörte in einer Operngala im Konzerthaus.
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Als Richard Strauss’ Salome eroberte Asmik Grigorian bei den Salzburger Festspielen 2018 die Klassikwelt. In wenigen Wochen widmet sich die unvergleichliche Sopranistin der berühmtesten Mezzo-Partie der Opernliteratur, Bizets Carmen. Aus ihrer Operngala im Konzerthaus sparte sie die Salzburger Rollen zugunsten von Ausschnitten aus Opern von Puccini und zuerst Tschaikowsky aus.

Mit der Lisa aus dessen „Pique Dame“ startete sie von Null auf Hundert, setzte sich gegen das zunächst unter Stephan Zilias zu laute RSO mit ihrer magnetisierenden Stimme durch. Dieser Beginn ließ nur einen Wunsch offen, sie in dieser Rolle an der Wiener Staatsoper zu erleben.

In Tatjanas „Briefszene“ aus „Eugen Onegin“ stellte sie klar, dass sie keine Regie braucht. Sie macht Gesang zu einem Gesamtkunstwerk. Klar wie ein frischer Gebirgsbach klang ihr Sopran, furios changierte sie zwischen verinnerlichten und extrovertierten Passagen. In jeder Phase ließ sie mitfühlen, was diese Frau in den Nachbarn Onegin projiziert. Bei dessen Arie musste sich Germán Olvera erst akklimatisieren. Mit seinem fülligen, warm timbrierten Bariton hielt er sich dann in der Abschiedsszene mit der subtil intonierenden Grigorian zurück.

Im zweiten, Puccini gewidmeten Teil war er ihr als Sharpless in der „Butterfly“ und in „Manon Lescaut“ ein beherzter Partner. Zuvor ließ Grigorian die Tränen der verlassenen Cio-Cio-San mit absoluter Innigkeit zu gleißenden Tönen werden. Als Luxus-süchtige Manon ließ sie im Dialog mit Lescaut ihre Stimme auch in intensiven Eruptionen glänzen. Jubel und Verdis „Troubadour“ als Zugabe.

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