Karl Merkatz: Ein echter Wiener ist 80

Am 17. November feierte der beliebteste Schauspieler des Landes seinen Geburtstag. Edmund Sackbauer wurde zur Rolle seines Lebens.

Der vielseitige Publikumsliebling Karl Merkatz, der neben zahlreichen Film- und Fernsehrollen auch als Theater- und Musicaldarsteller große Erfolge feierte, wird 80. "So einen wie den Edmund Sackbauer wollte ich eigentlich nicht spielen", erzählt der Schauspieler, in seiner 2005 erschienen Autobiografie. Karl Merkatz wurde 1930 als Sohn eines Werkzeugmachers und einer Weberin in Wiener Neustadt geboren. Schon als Kind war er vom Theater fasziniert und spielte in einer Laiengruppe, doch auf Wunsch seiner Eltern, "ein richtiges Handwerk" zu erlernen, machte er zunächst eine Tischlerlehre. Nach absolvierter Lehre ging er nach Zürich und verfolgte von dort sein Ziel, Schauspieler zu werden. Nach Schauspielunterricht in Salzburg und Wien begann er ein Studium am Mozarteum in Salzburg, das er 1955 mit Auszeichnung abschloss.

Im Bild: Karl Merkatz als armer Nachbar beim "Jedermann" in Salzburg, 2006 Seine ersten Bühnenengagements hatte Merkatz am Kleinen Theater in Heilbronn und am Salzburger Landestheater. In Heilbronn lernte er auch seine Frau Martha Metz kennen, mit der er seit 1956 verheiratet ist. Danach ging er für einige Jahre nach Deutschland, wo er an den Städtischen Bühnen Nürnberg, an den Bühnen der Stadt Köln, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Thalia Theater und den Münchner Kammerspielen arbeitete. Auf der Bühne spielte Merkatz vor allem Nestroy-, Raimund- und Shakespeare-Figuren, aber eines seiner Lieblingsstücke ist Becketts "Warten auf Godot". Am Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen 2005 spielte er "König Ottokar" (im Bild) und... ... gastierte im selben Jahr im "Jedermann" als armer Nachbar. Merkatz wirkte auch in Operetten mit und gastierte in Hamburg ebenso wie an der Niederländischen Oper Antwerpen.

Im Bild: Mit Kollegin Ulrike Folkerts in Salzburg, 2005 1993 spielte er erstmals in einer Musicalrolle am Stadttheater Klagenfurt als "Der Mann von La Mancha" und später am Theater an der Wien als Milchmann Tevje in "Anatevka". 2009 gab er seinen Abschied von der Theaterbühne bekannt - sein großer Wunsch, einmal den "König Lear" zu spielen, ging nicht in Erfüllung. Seit 2008 spielt der vielseitige Schauspieler erfolgreich sein Kabarettprogramm "Der Blunzenkönig". Schon in jungen Jahren überzeugte er mit seinem "Affen-Monolog" nach Franz Kafkas "Bericht für eine Akademie".

Im Bild: Karl Merkatz mit Karl Markovics in "Drei Herren" Karl Merkatz war im Lauf seiner Karriere auch in mehr als 250 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Seinen Durchbruch hatte er in Reinhard Schwabenitzkys Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter". Die Rolle des "Mundl" wurde zu einer der populärsten Fernsehfiguren der Zweiten Republik und machte Merkatz zu einem der beliebtesten Schauspieler. 2008 fand die Erfolgsgeschichte des Karl Sackbauers mit dem Film "Echte Wiener - Die Sackbauer-Saga" eine Fortsetzung und wurde zum erfolgreichsten Film des Jahres. Mit "Echte Wiener 2 - Die Deppat'n und die Gspritzt'n" kommt am 23. Dezember dieses Jahres der zweite Teil in die Kinos. Eine weitere äußerst erfolgreiche Filmrolle spielte Karl Merkatz in Franz Antels Filmreihe "Der Bockerer". Für die Rolle als Franz Bockerer wurde er 1982 mit dem Filmband in Gold und dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet. Merkatz erhielt auch von offizieller Seite zahlreiche Ehrungen, etwa das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, die Goldene Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien oder 2002 das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich. Am 17. November feierte Karl Merkatz seinen 80. Geburtstag. Der ORF zeigte am 11. Dezember um 20.15 Uhr den Kinohit "Echte Wiener - Die Sackbauer-Saga". Teil 2 der Sackbauer-Saga
kommt am 23. Dezember in die heimischen Kinos.
(apa / reis, mawe) Erstellt am
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