John F. Kennedy Jr.s "Love Story": Tragödie mit Style

Die Serie „Love Story“ über John F. Kennedy Jr. und seine Frau Carolyn Bessette ist ein unterhaltsames Zeitdokument mit Mode, Musik und coolem 90er-New-York.
Ein Paar tanzt eng umschlungen unter warmem Licht und Lampions, während andere Gäste im Hintergrund feiern.

Valentinstag ist zwar schon vorbei, aber diese Liebesgeschichte geht eh nicht gut aus, also passt es ja auch wieder. Auf Disney+ ist „Love Story: John F. Kennedy Jr. und Carolyn Bessette“ gestartet. Was Anfang der 1990er als cinderella-artiges Liebesmärchen zwischen einer Mode-PR-Agentin und dem begehrtesten Junggesellen der USA begann, endete am 16. Juli 1999 mit einem Flugzeugabsturz.

Ein Königssohn

Mit dem Weg zu diesem verhängnisvollen Flugstart beginnt die Serie denn auch. Nur dass die Beziehung schon ziemlich zerrüttet scheint. John beklagt sich, dass seine Frau ihm „Familiensachen immer vorhält“. Was belastend sein muss, besteht doch John F. Kennedy Jr. praktisch nur aus Familie. Er ist der Sohn des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, er ist der Sohn der stilprägenden Jackie Kennedy-Onassis. Er ist der Spross der einzigen Königsfamilie, die die USA je hatte.

Horror, Crime, Love

TV-Macher und Vielproduzierer (kürzlich ging bei Disney+ auch "The beauty" von ihm online) Ryan Murphy, der sich bisher in Anthologieserien den US-Gruselmythen in „American Horror Story“ und berühmten Kriminalfällen wie dem Versace-Mord in „American Crime Story“ gewidmet hat, erzählt nun eine „American Love Story“. (Die Serie heißt jetzt übrigens nur mehr „Love Story“...). Als Zeitdokument ist sie unterhaltsam, man findet sich in einem „Sex & the City“-90er-New-York wieder. Bessettes Job bei Calvin Klein als „VIP Whisperer“ erinnert an die große Zeit des Clean Chic, wenn sie etwa als Stylistin Annette Bening für die „Bugsy“-Premiere ein Herrensakko über dem Kleid empfiehlt. Der Soundtrack wird Kinder der Zeit auch erfreuen und selbst die Flirtdialoge sind ab und an amüsant („Ich will mich nicht zur Feindin aller amerikanischen Frauen machen“ – „Nicht nur der Frauen“).

Kommentare