Jelinek-Uraufführung bei den Festspielen: Thiel unter den Tieren?
Am Sonntag bringt Nicolas Stemann auf der Perner-Insel von Hallein Elfriede Jelineks Kapitalismus-Abrechnung „Unter Tieren“ zur Uraufführung: Der Regisseur verspricht „ein großes Text-Happening“. Dauer laut Salzburger Festspiele: vier Stunden, Pause ist keine geplant. Das Publikum werde sich aber jederzeit nach draußen begeben können, so der Regisseur, die Aufführung wird – ähnlich wie bei einer Aktionärsversammlung – auf Monitoren in die Pausenräume übertragen. Ein ähnliches Setting habe Stemann schon 2009 bei Jelineks Wirtschaftskomödie „Die Kontrakte des Kaufmanns“ gewählt. Das Kommen und Gehen des Publikums könne man auch als Marktbewegung verstehen: „Der Saal wird leerer und voller.“
In der Koproduktion mit der Burg wirkt u. a. Mavie Hörbiger (Bild) mit. Und Stemann machte es Milo Rau, dem Intendanten der Wiener Festwochen, nach: Er sagte, so die APA, er hätte eine Einladung an Techmilliardär Peter Thiel ausgesprochen. „Geplant ist eine Zuschaltung. Ob und inwieweit das klappt, ist offen.“
Festspielintendantin Karin Bergmann stellte aber am Freitag in den „Salzburger Nachrichten“ klar: „Es gibt keine Anfrage an Peter Thiel, in irgendeiner Form mitzuwirken oder in Erscheinung zu treten.“ Wenn, dann komme dessen Konterfei im KI-generierten Teil vor, an dem Stemann und dessen Team noch arbeiten würden. Bergmann spricht von einer „satirischen Annäherung“.
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