Israel Philharmonic Orchestra sagt für Grafenegg ab - Dirigent bleibt gleich

Israel Philharmonic Orchestra sagt für Grafenegg ab - Dirigent bleibt gleich
Als Ersatz kommt das Rotterdam Philharmonic, es dirigiert desssen israelischer Chefdirigent Lahav Shani.

Das Israel Philharmonic Orchestra muss aus organisatorischen Gründen sein Gastspiel beim 20. Grafenegg Festival in Niederösterreich absagen. Der Dirigent aber bleibt der selbe. Lahav Shani kommt nun mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra, dessen Chefdirigent er ist. Das niederländische Orchester übernimmt die beiden Konzerte am 22. und 23. August bei geändertem Programm, wurde am Mittwoch in einer Aussendung mitgeteilt. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit.

Der Vertrag des israelischen Dirigenten Lahav Shani bei den Rotterdamern läuft heuer aus, danach soll er Chefdirigent der Münchner Philharmoniker werden. Auch beim Israel Philharmonic Orchestra sitzt Shani auf dem Chefposten, den er weiterhin ausfüllen will.

Aufregung um Ausladung

Vergangenes Jahr sorgte für Aufsehen, dass Shani von einem Musikfestival im belgischen Gent ausgeladen worden war. Als Grund wurde angegeben, dass Shani Musikdirektor des Israel Philharmonic Orchestra sei und seine Haltung zur israelischen Regierung nicht klar sei. Der Dirigent kommentierte dies so: "Das Festival-Management handelte unter dem Vorwand, dass 'Musik eine Quelle der Verbindung und Versöhnung sein sollte'. Aber damit nahmen sie dieser Aussage jegliche Bedeutung, indem sie dem politischen Druck nachgaben und von mir verlangten, eine politische Erklärung abzugeben, obwohl ich mich seit langem und öffentlich für Frieden und Versöhnung einsetze".

Die nunmehrige Absage des Israel Philharmonic Orchestra für Grafenegg habe nichts mit irgendwelchen Boykotten aufgrund Israels Vorgehen in Gaza zu tun, beteuerte man beim Grafenegg Festival auf Anfrage. Grund sei vielmehr ein organisatorisches Problem mit der Menge der Gastspiele des Orchesters und mit zu eng geplanten Transfers. Dies sei zunächst intern im Orchester diskutiert worden und führte nun zur Absage, heißt es aus dem Grafenegger Festivalbüro. 

Mehta wendet sich von israelischem Orchester ab

Jüngst hatte Star-Dirigent Zubin Mehta aus Protest gegen die Politik der israelischen Regierung alle geplanten Konzerte mit der Israelischen Philharmonie abgesagt. Mit seiner Entscheidung wolle er seinen Widerspruch gegen den Umgang der Regierung Netanjahu mit der Palästinenserfrage zum Ausdruck bringen, erklärte der indische Dirigent. Mehta war seit Jahrzehnten eng mit dem Israelic Philharmonic Orchestra verbunden und von 1977 bis 2019 dessen Chefdirigent. Vom Interview mit Mehta habe man erst nach der Entscheidung über die Absage erfahren, erklärt man in Grafenegg. Die Bekanntgabe der Änderung habe aber erst erfolgen können, sobald Ersatz gefunden und alle Details geklärt waren.

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