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ImPulsTanz: Tanz gegen die Wut, den Strich – und mit Zitronen

Vielfalt im zeitgenössischen Tanz: Die Festivalbeiträge von Lisbeth Gruwez, Elio Gervasi und Akemi Takeya
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Von: Silvia Kargl

ImPulsTanz zeigt neben Aufführungen mit Stars der Szene auch eine Fülle kleinerer Arbeiten, die für die Vielfalt im zeitgenössischen Tanz stehen. So stellte Lisbeth Gruwez ein Solo vor, Elio Gervasi ein Gruppenstück und Akemi Takeya gab Einblicke in ihr „Lemonism“-Projekt.

Lisbeth Gruwez wurde als Tänzerin in Choreografien von Wim Vandekeybus, Jan Fabre und Jan Lauwers bekannt. Zu einer Komposition von Maarten Van Cauwenberghe entwickelte sie ihr im Akademietheater gezeigtes Solo „Tempest“. Sie rollt ihren Kampf gegen innere und äußere Stürme auf. Ihre anfängliche Wut versteht sie in einen kraftvollen Disput gegen das Prinzip der Zerstörung zu verwandeln. Elemente aus Kampfsportarten fließen in ihr Bewegungsvokabular ein. Dagegen stehen Momente der Stille.

Diese fehlen in der Uraufführung von Elio Gervasis „Shifting Lines“ im Odeon. Der nicht enden wollende Bewegungsfluss mutet allen tänzerischen Schwierigkeiten zum Trotz verspielt und leicht an. Als Vorbild diente die bei ImPulsTanz gezeigte Hommage an Robert Rauschenberg mit Stücken von Merce Cunningham und Trisha Brown. Mit viel Gefühl nähert sich Gervasi dem Stil Cunninghams, ohne ihn zu kopieren. Es geht um Verbindungen vom Ballett zum Modern Dance, um Verfremdungen durch eigene Bewegungselemente. Acht Tänzerinnen und Tänzer bekommen Platz für ihre individuellen Qualitäten. Als roter Faden dient das Aufbrechen der strengen Linien, wie sie Cunningham einsetzt.

Auch das Wesen der Choreografien von Trisha Brown trifft Gervasi recht gut. Wie im Original spielen Tänzerinnen eine aufgewertete Rolle. Insgesamt fallen die Bewegungen lockerer aus als bei Cunningham, Arme dürfen improvisiert pendeln, die Körperspannung lässt nach.

Was dieser Abend deutlich macht, ist das Fehlen der berühmten Partner in der Zusammenarbeit mit den Choreografen. Alessandro Vicards Komposition ist rhythmisch akzentuiert, entzieht sich geschickt dem Vergleich mit John Cage und Laurie Anderson. Die Kostüme und Hintergrundbilder sind von Rauschenberg inspiriert, zu nahe am Original.

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Akemi Takeya in „L’s Uncanny“ 

Im Bildraum Studio der Brotfabrik Wien stellte Akemi Takeya in „L’s Uncanny“ frei nach Sigmund Freud das Unheimliche in den Vordergrund, das sie in einem poetischen Solo mit Surrealismus verknüpft. Im heftigen Gewitterregen getanzt, entfaltet es einen besonderen Reiz. Gelungen ist die Verbindung mit einer kleinen Ausstellung von Takeyas Zitronen-Objekten und von einer Auswahl ihrer Gedichte. Sie alle verschmelzen mit ihrem Tanz.

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