ImPulsTanz im mumok: Die Klarheit im zeitgenössischen Tanz
ImPulsTanz: "doors open close" von Philipp Gehmacher.
Von Silvia Kargl
Die Suche nach der Bedeutung des Tanzes steht beim österreichischen Tänzer und Choreografen Philipp Gehmacher im Zentrum seines Schaffens. Seit drei Jahrzehnten überzeugt er mit seinen durch Authentizität hervorstechenden Stücken. Bei ihm geht es um Tanz pur, ohne Theater und ohne Handlung. Sein neues Solo „doors open close“ bei ImPulsTanz im mumok ist mehr als ein stiller Kontrapunkt im oft lauten Festival. Im verlassenen Studio der georgischen Künstlerin Tolia Astakhishvili, noch belebt mit ihren Objekten, beschäftigt er sich mit den Wurzeln seines Tanzens.
Ist Tanz einfach das In-Bewegung-Setzen des Körpers oder gibt es eine Körpersprache? Gehmacher vermittelt in seinem dichten Bewegungskanon alles. Das Verhältnis des Körpers im Raum, sich stets verändernde Zwischenräume in seiner Umgebung, eine Erweiterung durch ausgestreckte Arme und Verlagerungen des Schwerpunkts definieren den tanzenden Körper. In seinen charakteristischen, oft ruckartigen Bewegungen und Gesten vermittelt er ein radikales Körperbild, das aus der Zeit gefallen wirkt und doch ganz in der Gegenwart steht.
Gehmacher greift dabei auf seine früheren Choreografien zurück und ergänzt sein Spektrum an Bewegungen um einen gesprochenen Exkurs. Nicht zuletzt Erfahrungen als Professor für zeitgenössischen Tanz und Choreografie am HZT Berlin im Austausch mit jungen Studierenden haben ihm Beobachtungen zu „neuen Körpern“ gegeben, die „langsam sichtbar werden, wobei sie mir ebenso sehr verlorene Teile zu sein scheinen“: starke Statements, starker Tanz.
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