Mozart lebt! Igor Levit und die Philharmoniker in Salzburg

Mozart lebt! Igor Levit und die Philharmoniker in Salzburg
Jubel für Igor Levit und die Wiener Philharmoniker unter Adam Fischer zum finalen Wochenende der Salzburger Mozartwoche.

Von Helmut Christian Mayer

Selbst Vater Leopold soll zu Tränen gerührt gewesen sein, als er erstmalig den über einem gedämpften Streicherteppich erklingenden, schlichten, ätherisch schönen Gesang, der dann vom Klavier übernommen wird, gehört hatte: Für viele gilt auch heute noch das Andante aus dem Klavierkonzert KV 467 von Wolfgang Amadeus Mozart als einer seiner schönsten, langsamen Sätze überhaupt. Und so wurde er hier auch von Igor Levit bei der Salzburger Mozartwoche im ausverkauften Großen Festspielhaus gespielt: Schwebend, mit weichen, duftigen Anschlägen. Der Ausnahmepianist bestach zudem bei allen Sätzen nie auf Effekt zielend mit technischer Brillanz, perlenden Läufen und subtiler Feinsinnigkeit. 

Federnd und energiereich war dabei die Begleitung der Wiener Philharmoniker unter Adam Fischer wie auch die Interpretation der Sinfonie Nr. 96 von  Joseph Haydn im Todesjähr 1791 von Mozart komponiert. Das Werk gehört zu den berühmten Londoner Sinfonien und trägt den Beinamen „Das Wunder“ („The Miracle“).

Erste und letzte Sinfonie

Es hat schon seinen ganz besonderen Reiz, wenn bei einem Konzert die erste (KV 16) wie auch die letzte Sinfonie (KV 551) von Mozart zu hören ist. So geschehen bei diesem letzten Konzert der Wiener Philharmoniker bei der diesjährigen Mozartwoche. Zuerst wusste man unter der energiereichen Stabführung von Adam Fischer schon den erstaunlichen Erfindungsreichtum und die Frische des erst achtjährigen Mozarts mit Vitalität und Akzentreichtum aufzuzeigen.

Und schließlich erlauschte man in festlicher Heiterkeit seine letzte, die „Jupiter-Sinfonie“. Vom Dirigenten mit sorgsamer Dynamik gesteuert, erlebte man sie beim luxuriösen Klangkörper als Höhepunkt Mozartscher Sinfonik gemäß ihrem Beinamen im strahlenden Glanz, voll dynamischer Kontraste und großer Spielfreude. Womit wieder bewiesen wurde, wie es Intendant Rolando Villazón stets zu sagen pflegt: „Mozart lebt!

Großer Jubel!

Kurier-Wertung: ***** von *****

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