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Kultur
01/04/2021

Hermann Nitsch realisiert im Juli ein neues „6-Tage-Spiel“

Der Wiener Aktionist will Corona trotzen: Das Spiel über Ekstase, Trieb und Katharsis soll von 5. bis 11. Juli stattfinden

von Thomas Trenkler

Hermann Nitsch macht kein großes Tamtam – und er berief auch keine Pressekonferenz ein: Postalisch informierte er darüber, dass im Juli 2021 das zweite „6-Tage-Spiel“ stattfinden werde. Natürlich auf seinem Schloss Prinzendorf.

 

Das erste „6-Tage-Spiel“ konnte Hermann Nitsch als Krönung seines Orgien Mysterien Theaters im Sommer 1998 realisieren. Jahrzehntelang hatte er auf dieses Ziel hingearbeitet, eine nicht unwesentliche Etappe war das „3-Tage-Spiel“ 1984 gewesen. Und im letzten Jahrzehnt drängte es den Meister des Wiener Aktionismus zu einer Wiederholung – beziehungsweise zu einer Neufassung.

Anlässlich seines 80. Geburtstag im August 2018 wurde im Nitsch-Museum von Mistelbach des Universalkünstlers neueste „Sinfonie für großes Orchester“ uraufgeführt. Nitsch bezeichnete sie damals in Interview mit dem KURIER als „ein vorbereitendes Werk“ für das „6-Tage-Spiel“. Er ging von einer Realisierung im Jahr 2020 aus, schränkte aber ein: „Ich hoff, dass ich es hinkrieg‘. Denn die Kosten sind enorm.“

Die Verschiebung fiel unabhängig von Corona; an seinem Plan aber hielt Nitsch fest: Im Juni 2020 beteuerte er, weiter an der Partitur zu arbeiten. Das alle Sinne herausfordernde Spiel über Ekstase, Trieb und Katharsis verlange „natürlich eine gewaltige Organisation“. Beim ersten Mal gab es etwa 500 Mitwirkende. „Das neue ,6-Tage-Spiel‘ wird vielleicht schlanker sein, aber die Musik wird eine größere Rolle spielen.“

Laut Ankündigung soll es vom Sonnenuntergang des 26. Juli bis zum Sonnenaufgang des 1. August 2021 dauern. Doch die Aussendung erfolgte einen Tick zu früh. Denn Nitsch erhielt ein äußerst ehrendes Angebot, das er nicht absagen konnte. Um eine Terminkollision zu vermeiden, werde das „6-Tage-Spiel“ daher um drei Wochen vorverlegt – auf die Woche vom 5. bis zum 11. Juli.

Von einer nochmaligen Verschiebung um ein Jahr hält Nitsch nicht viel. Dass die Pandemie den Plänen einen Strich durch die Rechnung machen könnte, glaubt Rita Nitsch, seine Frau, nicht. Denn bis dahin würden doch schon viele geimpft sein; zudem würden die Akteure zu Beginn der Proben getestet – und seien dann im eigens errichteten Containerdorf quasi in Quarantäne. Und habe man bereits einen Fachmann für Präventionsmaßnahmen engagiert. 

Info

Der Eintrittspreis für alle Tage kostet 990 Euro, für drei Tage 650 Euro, für einen Tag 300 Euro; wer bis 1. Mai bucht, erhält einen Rabatt von zehn Prozent. Anfragen an verein@nitsch.org

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