Hans-Gratzer-Preis 2026 geht an Autorin Susana AbdulMajid
Die Schauspielerin, Autorin und Arabistin Susana AbdulMajid erhält den diesjährigen Wiener Hans-Gratzer-Preis. Sie setzte sich mit ihrem Stückentwurf "Jellinekplatz" gegen vier Konkurrentinnen und Konkurrenten auf der Shortlist durch. Insgesamt hatte es über 400 Einreichungen gegeben. Mit dem Preis einher geht ein Werkauftrag in Höhe von 10.000 Euro sowie eine beabsichtigte Uraufführung am Schauspielhaus Wien.
"Ausgehend von der hochverdichteten Planstadt rund um den Heidelberger Jellinekplatz und der Geschichte der 'Neuen Heimat' entfaltet Susana AbdulMajid ein Panorama der Stadt als Verwaltungsform", heißt es in der Jurybegründung. "Menschliche Körper erscheinen hier als Fälle und Verfügungsmasse und behaupten dennoch ihre Widerständigkeit. Zwischen Protokollsprache und lyrischen Störungen legt der Text die strukturelle Gewalt von Architektur, Ökonomie und Bürokratie frei."
Insgesamt fünf Texte auf der Shortlist
Der Jury gehörten neben der künstlerischen Leitung des Schauspielhauses (Marie Bues, Martina Grohmann, Tobias Herzberg und Mazlum Nergiz) auch die Dramaturgin Melina Papoulia sowie Ensemblemitglied Ursula Reiter an. Neben AbdulMajid schafften es Sanja Anđelković und Deborah Lara Schaefer, Jette Clasen, Yannic Han Biao Federer und Maria Pâcurariu auf die Shortlist.
Susana AbdulMajid wurde 1990 in Berlin geboren und wuchs in Heidelberg auf. Sie studierte Schauspiel in Berlin und New York sowie Arabistik an der FU Berlin, wo sie auch lehrt. Zuletzt arbeitete sie im Irak und in Litauen. Der Hans-Gratzer-Preis ist ein Teilprojekt des Hans-Gratzer-Stipendiums am Schauspielhaus Wien. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wird von der Literar-Mechana gestiftet. Zu den bisherigen Preisträgern seit 2007 gehören u.a. Thomas Köck, Selma Kay Matter und Miriam Unterthiner.
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