Gustav Mahlers grandioser symphonischer Kosmos

Gustav Mahlers 3. Symphonie mit den Wiener Symphonikern, der Mezzosopranistin Sasha Cooke unter Petr Popelka überwältigte.
Ein Dirigent leitet ein Orchester vor einem Publikum, das Masken trägt.

Helmut Christian Mayer

„Meine Symphonie wird etwas sein, was die Welt noch nie gehört hat“: Und tatsächlich sprengte Gustav Mahler in seiner 3. Symphonie -1895/96 hauptsächlich in den Sommermonaten am Attersee entstanden - alle Formen und schuf einen grandiosen, symphonischen Kosmos eines revolutionären Mammutwerkes, eine Hymne auf die Schöpfung, das im Wiener Konzerthaus überwältigte.

Dafür sorgten die Wiener Symphoniker unter ihrem energiegeladenen Chefdirigenten Petr Popelka. Es gelang bei diesem Mammutwerk von rund 100 Minuten mit Altsolistin, Frauen- und Knabenchor und riesiger Orchesterbesetzung, die kühne Klang- und Tempoarchitektur mit großer Genauigkeit zu musizieren, die unterschiedliche Dynamik extrem auszureizen und die stetigen Spannungsgegensätze fesselnd zu gestalten.  Beim Orchester faszinierten auch die vielen Solisten aus den eigenen Reihen, insbesondere der Solotrompeter aus dem Off.

„O Mensch gib acht“

Beeindruckt lauschte man dem Alt-Solo der zweifachen Grammy Preisträgerin Sasha Cooke, die die fast sakral anmutenden, ernsten Klänge aus Friedrich Nietzsches „Zarathustra“ beseelt, mit feiner Weichheit und exemplarischer Wortdeutlichkeit sang. Naturlaute klangen immer wieder hinein, ein musikalisches Misterioso, dem ausgefallene instrumentale Kombinationen das Kolorit des Geheimnisvollen gaben. Dann sangen die Damen der Wiener Singakademie (Einstudierung: Heinz Ferlesch) und die Wiener Sängerknaben (Einstudierung: Jimmy Chiang und Manolo Cagnin) mit kecker Kindlichkeit zu den Glockenklängen. Und das Beste kam zum Schluss: Da erklang das Final-Adagio mit Gänsehautfaktor und einer unbeschreiblichen Weite und Schönheit des Symphonisch-Melodischen und einer fulminanten Steigerungsdramaturgie zum gewaltigen Schluss. 

Für die sehr informative Einführung sorgte zuvor Barbara Rett.

Stehende Ovationen!

Kurier-Wertung: **** ½ von *****

TIPP: Wiederholung am 16.3., um 19:30 Uhr, im Wiener Konzerthaus

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