Filmkritik zu "Enrico Berlinguer - La Grande Ambizione": Scheitern mit dem Tod von Aldo Moro
Elio Germano als charismatischer Enrico Berlinguer.
Es beginnt mit Archivbildern vom Sturz des sozialistischen chilenischen Präsidenten Salvador Allende im Jahr 1973: Geprägt von diesem Ereignis setzt Enrico Berlinguer, der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Italiens (KPI), alles daran, die Spaltung seines Landes zu verhindern.
Regisseur Andrea Segre erzählt fünf Jahre aus dem Leben des charismatischen Politikers – vom Bruch mit Moskau während des Kalten Krieges bis hin zu seinem Versuch des „historischen Kompromisses“ mit der Democrazia Cristiana, der mit der Ermordung von Aldo Moro im Mai 1978 scheiterte.
Mithilfe seines trefflichen Schauspielers Elio Germano rekapituliert Segre nicht nur wichtige politische Momente im Leben Berlinguers, unterbrochen von Einblicken in dessen Familienleben. Er fügt seinen in Brauntönen gedrehten Spielfilmszenen Archivbilder von historischen Versammlungen hinzu, auf denen die Gesichter der verarmten Bevölkerung Italiens zu sehen sind; sie begleiten die Stimme Berlinguers wie ein stummer Chor.
INFO: I/BEL/BUL 2024. 123 Min. Von Andrea Segre. Mit Elio Germano.
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