KURIER ROMY an Caroline Peters überreicht: Ein Mal Kitzbühel – und zurück
Ins Burgtheater geht man selten, um dann dort fernzusehen. Birgit Minichmayr und Caroline Peters aber saßen am 28. November ebendort nach der Vorstellung gemeinsam vor dem TV-Apparat – und sahen sich die Verleihung der KURIER ROMY in Kitzbühel an.
Und auch wenn sie beide, wie Peters nun erzählt, nicht damit gerechnet hatten, zu gewinnen: Peters wurde zur beliebtesten Schauspielerin Film gekürt. Wo anders also soll ihr die ROMY übergeben werden als im Burgtheater?
Nun war es so weit: Peters erhielt ihre goldene Statuette ebendort überreicht, wo sie ihren Sieg im Fernsehen gesehen hatte.
In der Kantine anstoßen
Peters zeigte sich „besonders stolz und besonders berührt“ über diese Auszeichnung, weil die ROMY „ein Publikumspreis ist“, wie Peters bei der Übergabe dem KURIER erzählt. Sie sei danach noch in der Kantine anstoßen gewesen und habe mit Kolleginnen und Kollegen telefoniert, die in Kitzbühel bei der Verleihung waren – „ich habe remote an der Party teilgenommen“, erzählt sie mit einem Lachen.
Nominiert war sie für den Film „What A Feeling“ von Kat Rohrer, in dem es um eine Beziehung zwischen zwei Frauen geht.
Manche Produzenten würden da wohl abwinken, „zwei Frauen über 50, die sich verlieben. Und eine ist deutsch, die andere ist aus dem Iran, sie wollen aber beide Wienerinnen sein – das gehe gar nicht“, sagt Peters. Umso schöner sei, dass das Publikum viel offener sei – beziehungsweise „das, was wir da machen, gar nicht so progressiv, sondern einfach normal“ empfunden wird, sagt sie.
Auch wenn sich das Rollenangebot für Frauen im Film verbessert habe, gäbe es immer noch „zwischen 50 und 60 ein großes Problem. Danach ist man dann die Grande Dame, aber diese berufstätigen Frauen, die erwachsene Kinder haben, um die sie sich nicht mehr kümmern müssen und die auch ein eigenes Leben haben, die gibt es im deutschsprachigen Raum nicht als Rolle. In der englischsprachigen Welt schon viel mehr, in der französischen sowieso in Hülle und Fülle. Aber in der deutschsprachigen Welt ist das noch nicht so angekommen.“
Derzeit probt sie am Burgtheater für ihre nächste Produktion, „Wir sind noch einmal davongekommen“ (Premiere: 20. März). Für sie seien Film- und Theaterarbeiten wichtig, betont sie: Im Theater lerne sie „immer etwas Neues, übers Publikum, über Timing“. Sie schätze es sehr, zwischen beidem zu wechseln.
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