Kultur 15.05.2018

Ein Toter in der Jauche: Staffelstart bei "SOKO Kitzbühel"

© Bild: ORF/ORF/Gebhardt Productions/Stefanie Leo

Die Ermittler Roither und Pokorny sind ab heute (Dienstag) mit neuen Fällen auf ORFeins zu sehen.

Es gibt zwar noch kein Geruchsfernsehen, dennoch kann man gut nachvollziehen, warum Ermittlerin Nina Pokorny (Julia Cencig) bei diesem Fall lieber im Auto wartet, als den Tatort zu besichtigen. Denn die erste Leiche der neuen 17. Staffel „SOKO Kitzbühel(heute, ORFeins, 20.15 Uhr) wird in einer Jauchegrube gefunden. Besonders traurig scheint im Ort aber niemand über den Tod von Erwin Merk zu sein. Regelmäßig ist er mit seinem Metalldetektor durch nachbarliche Gärten spaziert – und hat dort umgegraben.

Unterstützung bekommen Pokorny und ihr Kollege Lukas Roither (Jakob Seeböck) bei den Ermittlungen wie gewohnt von Postenkommandant Kroisleitner, gespielt von Ferry Öllinger. „Er ist das lebende Archiv, weil er seit 40 Jahren dort arbeitet und alles weiß“, sagt Öllinger über seine Rolle im Gespräch mit dem KURIER.

„Die Fans schreiben mir oft: ,Hackeln tut eigentlich immer nur der Kroisi.‘ Aber so ist es ja im Leben auch: Man hat Chefs und die sagen einem, was man zu tun hat. Deshalb glaube ich, dass sich viele mit ihm identifizieren können.“

Soko Kitzbühel
© Bild: ORF/ORF/Gebhardt Productions/Stefanie Leo

Saisonarbeit

Seit dem Start der erfolgreichen ORF-/ZDF-Serie im Jahr 2001 verkörpert Öllinger den gutmütigen „Kroisi“ – und ist quasi Saisonarbeiter in Kitzbühel. Von April bis Oktober wird im Tiroler Alpenstädtchen gedreht, die Wintermonate verbringt Öllinger in seiner oberösterreichischen Heimat Ottensheim und widmet sich etwa Theaterprojekten.

Ursprünglich war er bei „SOKO Kitzbühel“ für die Rolle des Kochs vorgesehen (den jetzt Heinz Marecek spielt). Nach dem Casting hatte sich jedoch herausgestellt, dass Öllinger zu jung war. „Aber ich bin froh darüber, ich habe als Polizist auch mehr zu tun“, meint der 59-Jährige, der gerade für die 18. Staffel vor der Kamera steht.

Langeweile kommt bei ihm auch nach fast zwei Jahrzehnten nicht auf: „Das Leben steht prinzipiell immer in Gefahr, langweilig zu werden – wenn man es denn zulässt“, so Öllinger. „Das ist mein am längsten andauernder Job und ich empfinde es als Geschenk, weil man die Rolle sehr gut kennenlernt.“

Soko Kitzbühel
© Bild: ORF/ORF/Gebhardt Productions/Stefanie Leo

Im Laufe der Zeit hat sich auch einiges verändert: die Produktionsfirma, das Ermittler-Team, und auch die Erzählweise ist mittlerweile eine andere als noch zu Beginn der Krimi-Serie. „Früher wurde eine Geschichte pro Folge erzählt, ohne private ,Spompanadeln‘. Durch das amerikanische und skandinavische Fernsehen hat sich das horizontale Erzählen auch bei uns durchgesetzt“, erklärt Öllinger.

„Das ist für uns als Schauspieler natürlich auch interessanter, weil wir über die Frage ,Wo waren Sie gestern um 21 Uhr?‘ hinaus einen längeren Bogen spannen können.“ Das hat etwa zur Folge, dass sich das Ermittler-Duo Pokorny-Roither nähergekommen ist – die Geschichte der beiden soll in den aktuellen Folgen wieder für Spannung sorgen.

Konstant geblieben ist bei „SOKO Kitzbühel“ hingegen das Drehtempo – entgegen des allgemein vorherrschenden Trends in der Branche: „Wir haben mit neun Drehtagen für eine Folge begonnen und haben immer noch neun Drehtage für eine Folge.“

( kurier.at ) Erstellt am 15.05.2018