Die Kunstbiennale in Venedig steuert auf einen Besucherrekord zu
Die Kunstbiennale in Venedig steuert auf einen Besucherrekord zu. Gut zwei Monate nach der Eröffnung am 9. Mai lagen die Besucherzahlen rund 20 Prozent über dem Vergleichszeitraum der Ausgabe von 2024. Damit ist die 61. Internationale Kunstausstellung mit dem Titel „In Minor Keys“ in dieser Phase die bestbesuchte Biennale der jüngeren Geschichte, wie Medien berichteten.
Die hohen Besucherzahlen kommen trotz der anhaltenden politischen Kontroversen um die Teilnahme Russlands zustande. Die Debatte hat zuletzt auch die Europäische Kommission beschäftigt, die empfahl, eine Förderung in Höhe von zwei Millionen Euro für die Biennale-Stiftung zurückzuziehen. Dies löste in Italien kritische Redaktionen aus.
Österreich-Pavillon stark besucht
Die Kontroverse spielt für viele Besucher jedoch kaum eine Rolle. Der russische Pavillon bleibt wegen der Sanktionen nach Russlands Angriff auf die Ukraine geschlossen. Viele Besucher gehen daran vorbei, lesen lediglich den Hinweis auf die Schließung oder fotografieren das Gebäude, ohne länger zu verweilen.
Zu den beliebtesten Länderpavillons zählen in diesem Jahr jene von Österreich, Japan und Spanien. Vor allem an Wochenenden bilden sich dort lange Warteschlangen. Für viele Termine seien die begehrtesten Zeitfenster bereits ausgebucht. Die Ausgabe 2026 könnte damit vor allem wegen ihres Publikumserfolgs in Erinnerung bleiben.
Österreichs Vertreterin Florentina Holzinger erregte mit ihrer Performance „Seaworld Venice“ bereits bei der Eröffnung große Aufmerksamkeit. Im Zusammenhang mit dem Pavillon, in dem u. a. Akteurinnen in einem Wassertank ausharren, der mit zwei Toiletten und einer Kläranlage in Verbindung steht, führt die Truppe um die viel beachtete Choreografin seither weitere Perfomances, sogenannte „Etudes“, durch.
Am vergangenen Samstag ging eine solche, organisiert vom Kunsthaus Bregenz, am Bodensee unter großem Publikumsinteresse über die Bühne. Von einem Hubschrauber wurde dabei eine Glocke in den See gestürzt, die dan- wie schon zuvor in Venedig - „geborgen“ werde. Performerinnen, per Schwimmkran an einem Metallring kopfüber wie Unterwasserwesen aus dem See gehoben, boten dabei ein Luftballett, das das Auftauchen der Glocke beschwört. Holzinger selbst lässt mit ihrem in der Glocke schwingenden Körper diese erklingen.
Kommentare