Schauspieler Thomas Fritsch ist tot

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Kultur
04/21/2021

Deutscher Schauspieler Thomas Fritsch gestorben

Der Schauspieler war einer der gefragtesten deutschen Synchronsprecher.

Der deutsche Schauspieler Thomas Fritsch ist tot. Er sei am Mittwoch "friedlich entschlafen", erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem nĂ€heren Umfeld. Fritsch wurde 77 Jahre alt. Der Sohn des Ufa-Filmstars Willy Fritsch konnte am Ende seines Lebens auf eine 60 Jahre dauernde Karriere bei Film, Fernsehen und BĂŒhne zurĂŒckblicken. "Der Liebhaber ist ja eigentlich die langweiligste Rolle von allen, der Bösewicht und der Komiker machen Spaß", sagte er einmal.

Dennoch haftete ihm das Image vom Frauenschwarm hartnĂ€ckig an. Fritsch zĂ€hlte zu den beliebtesten Fernsehschauspielern in Deutschland. Bekannt war er unter anderem fĂŒr die ZDF-Serie "Drei sind einer zuviel" mit Jutta Speidel und Herbert Herrmann (1977). Es ging dabei um zwei MĂ€nner, die um dieselbe Frau buhlen. Fritsch als schĂŒchterner Architekt, Herrmann als SprĂŒche klopfender Lehrer, zwischen ihnen die selbstbewusste Töpferin "Karlchen". Der betuliche romantische Schwank in 13 Teilen nach einem Drehbuch von Barbara Noack traf gut das LebensgefĂŒhl im Westdeutschland der Sponti-Zeit.

Meine wunderbare Familie in Costa Rica

In dem "Derrick"-Krimi "Abendfrieden" von 1978 lĂ€sst sich besonders schön beobachten, was den Charme von Fritsch ausmachte. Noch zwei Minuten vor Schluss kann der Zuschauer nicht anders, als ihn fĂŒr den MordverdĂ€chtigen zu halten. Dann reißt er seine meerblauen Augen auf, erzĂ€hlt eine dieser hanebĂŒchenen Herbert-Reinecker-Krimiauflösungen, sagt "Was hĂ€tte ich denn tun sollen?", ist entlastet und sieht aus wie ein Engel. Fritsch war im deutschen Fernsehen ein auffallend schöner Mann, fast ein deutsches Pendant zum Italiener Terence Hill. Zugleich hatte er in seinen Rollen aber oft etwas Undurchsichtiges.

Der ideale VerdĂ€chtige also. Sechs Auftritte hatte Fritsch allein bei "Derrick", fĂŒnf bei "Der Alte". Im 80er-Jahre-Fernsehkult "Rivalen der Rennbahn" spielte er einen Jockey. Auf dem Bildschirm war er auch danach mit Rollen in quotenstarken Serien wie "Eine wunderbare Familie", "Hallo Robbie", "Unser Charly" oder "Soko 5113" prĂ€sent.

Nicht zu vergessen: Mit dem markanten Bariton war Fritsch einer der gefragtesten Synchronsprecher. So war er im Blockbuster "Gladiator" die deutsche Stimme von Hauptdarsteller Russell Crowe und lieferte in der Streamingserie "Game of Thrones" die deutsche Tonspur von James Faulkner in der Rolle des Randyll Tarly. In der Zeichentrickserie "Jim Knopf" (1999) sprach Fritsch den LokomotivfĂŒhrer Lukas. Bei der Hörspielserie "Die drei ???" war er in vielen Folgen der ErzĂ€hler.

Fritsch verbrachte sein Leben zum großen Teil in MĂŒnchen und auf der griechischen Insel Mykonos - allein. Seine "Familie" bestand aus guten Freunden, wie er oft erzĂ€hlte. Ehefrau und Kinder hatte der Schauspieler nicht. FĂŒr einen Hund als Begleiter wie frĂŒher hatte er zuletzt keine Zeit mehr. "Mein Leben kann ich keinem Hund zumuten", sagte er einmal.

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