Der Höhenflug des Sängers "The Weeknd" geht weiter.

© Universal Music

Abgehört
01/07/2022

"Dawn FM" von The Weeknd: Gut kopierte Songs für Generation Selfie

„Dawn FM“ heißt das neue Album des kanadischen Superstars The Weeknd. Es sind gelaunte Popsongs - tanzbar, treibend und knietief in den Achtzigern verwurzelt.

von Marco Weise

Abel Tesfaye alias The Weeknd (31) will der nächste „King of Pop“ werden. Das könnte klappen. Denn immerhin gibt es keinen Michael Jackson mehr. Auch Prince ist tot. „Wer ist sonst noch da?“, fragte sich der Kanadier vor ein paar Jahren in einem Interview und lieferte: Hits natürlich. Er schrieb Balladen für Blockbuster wie die Sadomaso-Schnulze „Fifty Shades of Grey“ („Earned It“), bildete mit Lana Del Rey eine Herzschmerz-Selbsthilfegruppe („Prisoner“), und mit Ed Sheeran besang er seine dunkle Vergangenheit („Dark Times“). Die Musik dafür stammt u. a. vom schwedischen Produzenten Max Martin, der bereits Taylor Swift, Katy Perry und Coldplay mit Popware beliefert hat. Natürlich war Martin auch bei „Blinding Lights“ beteiligt, dem bisher größten Hit von The Weeknd, eine in den Achtzigern verwurzelte Nummer mit höllischem Tempo (rund 170 Beats pro Minute), an dem man in den vergangenen zwei Jahren eigentlich kaum vorbeigekommen ist – außer man hört durchwegs Radio Maria.

Apropos Radio: „Dawn FM“ heißt das neue, in der Nacht zu Freitag veröffentlichte Album von The Weeknd und ist dann auch als eine Radiosendung angelegt. Ihr Moderator: Jim Carrey. „Entspannt euch“, sagt der Schauspieler gleich zu Beginn. „Ihr wart ohnehin schon viel zu lange in der Dunkelheit.“ Die danach folgende Stunde ist tatsächlich sonnendurchflutet, kompensiert den notorischen Vitamin-D-Mangel. Da wäre das großartige „Out of Time“, eine luftig-leichte Slow-Disco-Nummer, ein L'amour-Hatscher: „Say I love you girl, but I'm out of time“. „Take My Breath“ kommt mit düsteren Synthesizern und funky Beats daher. Ebenfalls druckvoll und Disco-tauglich: „Less Than Zero“. In „A Tale by Quincy“ erzählt Quincy Jones in von seiner Jugend – erinnert an das Daft-Punk-Stück „Giorgio By Giorgio“. Die zwischen Easy Listening und Tanzfläche oszillierenden Songs hat man irgendwann schon einmal gehört. Aber gut kopiert ist eben halb gewonnen. Außerdem kann die Generation Selfie mit den Originalen eh kaum noch was anfangen.

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