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Literatur
11/01/2019

Buchkritik: Alain Mabanckou und sein "Petit Piment"

Eine verlorene Seele: Oliver Twist findet im Kongo Zuflucht bei Prostituierten.

von Peter Pisa

Alain Mabanckou – geboren und aufgewachsen im Kongo, er lebt in Kalifornien; Foto oben – gilt als „größter französischer Schriftsteller“ (Süddeutsche). Sagen wir: Er schreibt in französischer Sprache Weltliteratur.

Chili

„Petit Piment“ ist Oliver Twist in Afrika. Ein Bub ohne Eltern, der im Waisenhaus ausgepeitscht wird. Andererseits bringt ihm der Religionslehrer Lebensfreude und Tanzen bei. Aber, es sind die 1970er-Jahre, der Kongo nähert sich der Sowjetunion an, man muss nun auswendig lernen, was der Präsident von sich gibt ... der Zwölfjährige flüchtet, eine verlorene Seele, er wird Mitglied einer Straßenbande, Prostituierte kümmern sich lieb um ihn ...

Warum wird er „Petit Piment“ genannt? Weil er im Heim anderen Buben Chili ins Essen mischte. Nicht scharfen Nelkenpfeffer (= Piment)? Die Eindrücke, die der Roman hinterlässt, sind nicht gar so stark, man hat Zeit, zu rätseln., warum man nicht „Petit Chili“ zu ihm sagt.

Alain Mabanckou:
„Petit Piment
Übersetzt von Holger Fock und Sabine Müller.
Liebeskind Verlag.
272 Seiten.
20,60 Euro.

KURIER-Wertung: *** und ein halber Stern

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