Amadeus Awards für Skero und Anna F.

Bauchklang, Skero und Anna F. triumphierten bei den Amadeus Awards 2010 jeweils zweifach und waren somit die großen Sieger des Abends.

"Juhu!" Anna F. hatte am Donnerstag auch wirklich Grund zu jubeln: Die steirische Sängerin nahm bei den elften Amadeus Music Awards in der Wiener Stadthalle zunächst den Preis in der Kategorie "Pop" entgegen. Damit hatte sie ihren Erfolg vom Vorjahr wiederholt. ... Und weil die 24-Jährige mittlerweile auch eine Platte herausgebracht hat, bekam sie außerdem die Auszeichnung für das beste "Album". Siegessicher zeigte sich Skero bei der Gala. Nachdem er den Amadeus der Sparte "Hip Hop/R&B" erhalten hatte, bedankte er sich bei seinen Fans, Kollegen und beim Label. "Den Rest hebe ich mir für die anderen Ansprachen auf." ... Tatsächlich holte sich der Mödlinger, eigentlich MC von Texta, noch einen Award in der Sparte "Song des Jahres" ("Kabinenparty") ab. "Ärgstens", lautete der Kommentar der Band Bauchklang auf die Tatsache, zwei Amadeus ("Alternative" und "Live Act") mit nach Hause nehmen zu können. Semino Rossi war auch zufrieden: "Das ist eine große Freude für mich", sagte er, die Trophäe der Rubrik "Schlager" in Händen. "Weil seit 25 Jahren bin ich ein Teil Österreicher", begründete der gebürtige Argentinier. "Für uns gibt es keinen schöneren Abschied", so die volkstümlichen Gewinner Klostertaler (im Bild: Markus Wohlfahrt), die sich nach 34 Jahren aufgelöst haben. "Mein Dank gilt in allerersten Linie den Leute der Musikbranche, die seit Jahrzehnten versucht haben, mich zu verbiegen für kurzfristige Geschäfte und Trends", war auch Toni Stricker nicht um einen Seitenhieb verlegen. Der 80-jährige Geiger, der sich solchen Ansinnen stets entzogen hat, wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Augenzwinkernd die Sofa Surfers (Bild), sich seit je her Kategorisierungen verweigernd: "Wir freuen uns mit einem rockigen Album in der Sparte 'Electronic/Dance' gewonnen zu haben". Leer gingen allerdings die Rockband Garish und Bunny Lake (jeweils in drei Kategorien nominiert) aus. Ebenso wie die nach Berlin ausgewanderte Alternative-Band Ja, Panik, die zwei Mal nominiert war. Bei der von Puls 4 übertragenen Show kam des öfteren Musikantenstadl- oder "Mainz bleibt Mainz"-Stimmung auf. Vor allem die "humoristische" Moderation musste man ertragen, um dann gute Auftritte von Bauchklang und Skero erleben.

Im Bild: die Hardrock-Band Boon. Skero verlegte die "Kabinenparty" an die Copa Cabana und brachte dazu eine Sambagruppe mit. Internationales Flair sollten Darbietungen von Seal und ... ... Wir sind Helden verbreiten. Austro-Newcomerin Charlee sorgte dagegen mit ihrem Großraumdisco-Song "Boy Like You" für Nachtschicht-Niveau. Eine illustre Runde hatte sich ab 18.30 in der Stadthalle eingefunden. Toni Stricker war mit Marianne Mendt gekommen, ... ... US-Star Seal begleitet von einem Pulk an Leibwächtern. Der Dresscode "casual smart" wurde recht unterschiedlich befolgt - die Outfits reichten vom Dirndl, in das sich die Vertreterinnen von Universal Österreich geworfen hatten ("weil vier von fünf nominierten Acts in der Sparte 'Volkstümliche Musik' bei uns sind") über Glitterminis bis zum Affenkostüm. Unter den Besuchern waren auch zahlreiche prominente Zaungäste aus durchaus unterschiedlichen Metiers. Ehemalige Amadeus-Gewinnerinnen wie Luttenberger*Klug ... ... Ex-Kicker Roman Mählich oder Richard Lugner, angekommen mit seinem Clan. Letzterer zeigte sich ehrlich: "Wenn Sie mich über österreichische Musik fragen, sag ich Johann Strauß und Franz Lehar." Fachmännischer war da schon Türsteher-Legende Conny de Beauclair: "Ich meine, die Szene feiert sich zurecht. Es treten im U4 immer wieder ganz tolle Bands auf, die man gar nicht kennt. Es ist schade, dass es hier so schwierig ist, bekannt zu werden, wenn man etwa nicht auf Ö3 gespielt wird. Vielleicht hilft der Amadeus jungen Acts weiter." Hannes Eder, Chef von Universal Österreich und IFPI-Präsident, meinte: "Der Relaunch des Amadeus war ein richtiger Schritt." Die Votings hätten im diesen Jahr mit 200.000 "die doppelte Anzahl von 2009 erreicht". Auf jeden Fall hatte Anna F. ausgiebig Grund zum Strahlen.
(tem / apa, red.) Erstellt am
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