Wie aus Herrn Blauzahn Bluetooth wurde
Ist Ihnen Herr Harald Blauzahn geläufig? Vermutlich nicht, dabei war der gute Mann schon einmal ziemlich prominent. Um 960 hatte es Harald Blåtand (dt. „Blauzahn“) geschafft, mehrere bis dato verfeindete Wikinger-Stämme zu einigen und erstmals ein großes dänisch-norwegisches Königreich zu schaffen. So richtig berühmt wurde der König aber erst mehr als tausend Jahre später.
***Mitte der 1990er-Jahre wurde die neue Technik der kabellosen Datenübertragung entwickelt. Da zum damaligen Zeitpunkt im Bereich der Telekommunikation neben Intel und Toshiba auch Firmen wie Ericsson und Nokia führend waren, gehörten dem Entwicklerteam viele Skandinavier an. Der Amerikaner Jim Kardach, der ebenfalls dem Team angehörte, hatte sich kurz zuvor ein Buch über Wikinger besorgt, um mehr über die Kultur und Geschichte der Skandinavier zu erfahren, mit denen er jetzt zusammenarbeitete. Als 1997 die Frage nach der Benennung der neuen Technologie relevant wurde, verschlug es Kardach mit ein paar schwedischen Kollegen in eine Bar. Nach ein paar Bier schlug er den Namen Bluetooth vor: Schließlich sei König Harald Blauzahn berühmt dafür gewesen, Skandinavien vereint zu haben – ebenso wie es der neuen Funktechnologie gelinge, verschiedenste Geräte verschiedener Hersteller miteinander zu verbinden. Nach anfänglicher Ablehnung fand die Marketingabteilung an „Bluetooth“ Gefallen – nicht zuletzt deswegen, weil die zuvor ins Auge gefassten Namen BIZRF, MCLINK, PAN (Personal Area Network) entweder marketingtechnisch oder urheberrechtlich unbrauchbar waren.
Fazit: In gewisser Weise war die Namensgebung für Bluetooth das Resultat einer b’soffenen Geschichte – mit blauem Ausgang im doppelten Wortsinn.
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Funfact: Im bekannten Bluetooth-Symbol verbergen sich die Initialen von Harald Blauzahn (der seinen Namen übrigens einem schwarzblau verfärbten Zahn verdankt haben soll): Es ist die Kombination der altnordischen Runen ᚼ (steht für H) und ᛒ (steht für B).
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Wolfram Kautzky ist Philologe und geht gerne den Wörtern auf den Grund
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