Allerlei über Osten, Ostern und Western

Wolfram Kautzky geht in seiner Kolumne "Wortklauberei" den Wörtern auf den Grund.
Wolfram Kautzky
46-223950138

Welche Besonderheit weisen die Wörter „straffen“, „verhütten“ und „Eisschale“ auf? Wie Sie wahrscheinlich rasch erkannt haben: Alle drei erhalten durch Wegfall des Doppelkonsonanten einen neuen Sinn. Statt zu einer Strafe auf dem Po kommt man auf diese Weise zu einem straffen Po, statt zu verhütten widmen sich die VOEST-Mitarbeiter plötzlich dem Verhüten und statt einer Eisschale befindet sich nun eine Eischale auf dem Tisch.

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Womit der Wortklauber einen, zugegebenermaßen holprigen, Schwenk auf das bevorstehende Osterfest und die damit verbundenen Fragen vollzieht. 

  • Frage 1: Wieso heißt dieses Fest eigentlich so?

Die Herkunft ist nicht mit Sicherheit zu klären. Vermutlich leitet sie sich vom germanischen Wort „Osten“ ab, das ursprünglich die Bedeutung „Morgenröte“ hatte. Da der Tagesanbruch beim Osterfest eine liturgische Rolle spielt (am Morgen soll die Auferstehung und damit das Umschlagen der Trauer in Freude darüber stattgefunden haben), wurde möglicherweise der „Osten“ auf das christliche Fest „Ostern“ übertragen. (Fans von John-Wayne-Filmen könnte da die Analogie zwischen „Westen“ und „Western“ in den Sinn komme.)

  • Frage 2: Wieso ist der Hase der Überbringer der Ostereier?

Unbestritten ist, dass der Hase und Konsorten schon lange als Symbol der Fruchtbarkeit (vgl. „sich wie die Karnickel vermehren“) und damit auch des Frühlings betrachtet werden. Das allein erklärt jedoch noch nicht, warum der Hase und nicht das Huhn die Eier versteckt. Möglich, dass dem Hasen aufgrund seiner Schnelligkeit diese Aufgabe zugeschrieben wurde – was zumindest für Kinder als plausible Erklärung herhalten kann.

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Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, empfiehlt der Wortklauber, Ostern heuer standesgemäß in einer Osteria verbringen. Und wenn Ihnen der Osterhase dann noch ein Ei-Phone ins Nest legt, wird einem schönen Fest nichts mehr im Wege stehen.

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Fundstück der Woche: „Einer Studie der Johannes-Kepler-Universität zufolge planen 65 % der Befragten heuer zu vereisen“ (KURIER) – Angesichts des Klimawandels ist das Ergebnis dieser Studie doch einigermaßen überraschend.

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Wolfram Kautzky ist Philologe und geht gerne den Wörtern auf den Grund.

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