Zeit im Bild
„Das alte Wien in frühen Fotos“ – eine solche Doku im TV-Programm ist für mich das, was für andere „Clickbait“ im Internet ist. Visuelle Zeitreisen zu unternehmen und teils bekannten Orten in alten Ansichten nachzuspüren, macht mir einfach unheimlichen Spaß.
Allerdings ist es auch ein bisschen absurd, wenn eine Bewegtbild-Doku Fotos abfilmt, aber auch Filmausschnitte zeigt und all das mit einer Tonspur versieht, in der Expertinnen und Experten über Straßenbahnunfälle, Dienstboten und Alltagsgeschäfte in Wien um 1900, aber nicht über Bilder sprechen: Die „Erbe Österreich“-Folge auf ORF III am Dienstag tat eben so, als könnte man durch verschiedenartigste Bilder hindurch auf irgendeine „Realität“ schauen.
Dabei wäre Bildkompetenz gefragt: Ein Augenmerk darauf, wo historische Bilder herkommen, was sie dokumentieren und was sie inszenieren, ist dem Publikum zumutbar.
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