Tränen für Amerika

Ein Präsident, der Zusammenhalt beschwört, und Polizei, die beschützt: Über den Kontrast zwischen Opernball- und US-Realität kann man weinen.
Georg Leyrer
OPERNBALL 2026: STONE / GUSCHELBAUER

Man war zuerst durchaus verschreckt vom Auftritt Sharon Stones beim Opernball. Ein renommierter Hollywoodstar, der keine Softball-Fragen eines ORF-Moderators ohne Heulkrampf beantworten kann?

Bis man sich eines Besseren besann, was im Kontext des Opernballs nicht leicht, hier aber nötig ist. 

Man stelle sich vor, man kommt aus einem Land, in dem die Militärpolizei Unbescholtene erschießt und Fünfjährige verhaftet; aus einem Land, das in zwei bittere Hälften gespalten ist, zwischen denen der Hass weiter wächst; aus einem Land, in dem der Präsident Zwietracht sät und nicht ein bisschen verschlafen Zuversicht beschwört – und ist dann beim Opernball. Wo die Polizei schützt statt zu schaden, wo die politischen Lager gemeinsam feiern, wo die Menschen schön sein wollen und nicht mies. 

Da kann man schon weinen – um Amerika. Ein großer Auftritt eines großen Stars.

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