Konservativ bis militant
Gemeinschaft, Nächstenliebe, Spiritualität: Da kann man eigentlich nichts dagegen haben, auch wenn der eigene Lebensweg vielleicht nicht (mehr) in den Bahnen einer religiösen Praxis verläuft. Die „Kreuz & Quer“-Doku, die am Mittwoch in ORF 2 das Spektrum junger Christen in Österreich abschritt, warf aber eine Frage auf: Bis wohin kann man jene, die sich auf Jesus berufen, schlicht als „jung, dynamisch, konservativ“ bezeichnen (so der Untertitel der Doku), ab wo muss man sie „fundamentalistisch“ nennen?
Die gegenwärtige Instrumentalisierung, ja Militarisierung des Christentums wird spätestens seit dem Showdown zwischen dem Papst, dem US-Präsidenten und seinem Kriegsminister niemand bestreiten. Doch der Disput zeigt nur die Spitze eines Eisbergs, der in viele gesellschaftliche Prozesse hineinragt. Gerade jene, die ihren persönlichen Glauben hochhalten, täten gut daran, rote Linien zu ziehen.
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